Irland – die Aran Islands: Hier spricht man noch gälisch!

Aran Islands in Irland
Foto: © Tourism Ireland/ Chris Hill 2007

Will man auf einer Reise durch Irland das Land so ursprünglich wie möglich kennen lernen, sollte man sich unbedingt auf die zu Galway gehörenden Aran Islands ganz im mittleren Westen begeben. Die Bewohner der drei Hauptinseln – Inisheer, Inishmaan und Inishmore (von Ost nach West) – haben als Hauptsprache noch Gälisch, also Irisch. Sie konnten hier viele alte Traditionen Irlands bewahren – ein eindeutiger Vorteil für jede Insellage. Hier hielt der Fortschritt deutlich später seinen Einzug. Die Elektrizität gibt es zum Beispiel erst seit den 1970er Jahren.

Inishmoore ist mit 14 km Länge und 3 km Breite die größte der Inseln. Sie bietet 800 Menschen ein Zuhause, die meisten leben in Kilronan, dem Hauptort und Fähranleger der Insel. Das kulturelle Highlight von Inishmoore ist das Steinfort Dun Aengus im Südwesten. Es gehört europaweit zu den gewaltigsten Befestigungsanlagen prähistorischer Zeiten und besteht aus vier halbkreisförmigen Steinwällen, von denen der äußere aus mehreren tausend spitzen Steinen besteht. In der Mitte,die ungefähr 45 m misst, muss wohl einmal das Hauptgebäude gestanden haben, von dem aber nichts außer einer rechteckigen Steinplatte übrig geblieben ist. Die Mauern sind halbkreisförmig, weil an der offenen Seite die Klippen steil ins Meer hinabfallen. Die Mitarbeiter des zugehörigen Besucherzentrums beantworten gern die aufkommenden Fragen zu Dun Aengus und den Aran Islands. Man kann auch an einer Führung teilnehmen. Neben der kulturellen Bedeutung hat man von Dun Aengus einen wunderschönen Ausblick auf die Umgebung und das Meer. Es ist ein bißchen wie Irland im Kleinformat!

Charakteristisch sind die vielen Trockensteinmauern, die das Landschaftsbild der drei großen Inseln der Aran Islands stark prägen. Könnte man die Mauern alle aneinander hängen, ergäbe sich eine Gesamtlänge von mehr als 1000 km! Die vorhandenen Nutzflächen, die im Volksmund als Gärten bezeichnet werden, sind ursprünglich einmal von Menschenhand mit Seetang und Sand hergestellt worden, um sich selbst mit landwirtschaftlichen Produkten versorgen zu können. Die Mauern dienten ursprünglich dazu, den mühsam hergstellten Mutterboden an Ort und Stelle zu  halten.

Die vier weiteren, aber unbewohnten Felseninseln der Aran Islands ganz im Nordwesten sind deutlich kleiner. Insgesamt ist die  Landschaft der Aran Islands von Ihrer Kargheit geprägt, wodurch viele seltene Pflanzen, die solche Bedingungen lieben, ihren Platz finden konnten und das Herz jeden Botanikers höher schlagen lassen.

Die Bewohner der Aran Islands machten sich noch auf andere Weise in Irland einen Namen: Sie sind für ihre Strickpullover berühmt! Die verschiedenen Muster sind sozusagen die Visitenkarte der jeweiligen Familie, die sie entworfen hat. Diese charakteristischen Muster führten dazu, dass die Aran-Pullover heute zu den beliebtesten Irland Souvenirs gehören. Mitterweile kann man außer den immer noch erhältlichen handgestrickten Varianten für ungefähr 100,- € auch die günstigeren maschinengestrickten erwerben.

Neben dem Tourismus ist die traditionelle Fischerei die wichtigste Erwerbsmöglichkeit, allen voran der Hummerfang.

Man erreicht die drei Hauptinseln von Irlands Festland aus entweder per Flugzeug ab dem Connemara Regional Airport (ca. 40 km westlich von Galway) oder mit einer der mehrmals täglich pendelnden Fähren ab Rossaveal und zusätzlich im Sommer einmal pro Tag ab Doolin. Auf den Inseln selbst bewegt man sich entweder per Minibus, Fahrrad, Kutsche oder zu Fuß vorwärts.

Die rauhe Einsamkeit dieser Kleinode Irlands hat schon viele Naturfreunde angelockt. Aber auch Dichter wurden von der ganz eigenen Schönheit dieser Felseninseln im Atlantik vor Irland inspiriert, wie zum Beispiel der Ire John Millington Synge, der bereits zu Beginn des 20. Jh. mit seinem gleichnamigen Buch die Aran Islands umschwärmte.

Haben Sie schon einmal die Aran Islands besucht? Berichten Sie uns hier von Ihren Erfahrungen.

 

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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