Schottland: Die Wikinger sind los!

Wikinger in Schottland?

Lebten Wikinger in Schottland?
Foto: © National Museum of Scotland

Im letzten Jahr fand man in Schottland nach jahrelangem Misserfolg tatsächlich Beweise, dass die Wikinger hier nicht nur Raubzüge veranstalteten, sondern auch teilweise sesshaft wurden. Das recht prunkvoll ausgestattete Grab eines Wikinger-Führers mit Schwert, Holzboot, Speer und Axt wurde auf Ardnamurchan, einer Halbinsel im Westen Schottlands, gefunden.

Nicht nur schottische Archäologen und Historiker beurteilten diesen Fund als sehr bedeutend. Die im kommenden Jahr stattfindende Sonderausstellung im National Museum of Scotland in Edinburgh hat sicherlich auch etwas mit diesem besonderen Fund zu tun. Daher empfehlen wir allen Schottlandreisenden und gleichzeitigen Wikingerfreunden sich diese Ausstellung vom 18.01. – 12.05.2013 nicht entgehen zu lassen! Die Artefakte selbst sind allerdings zum größten Teil aus der dauerhaften Ausstellung des schwedischen Geschichtsmuseums in Stockholm, denn bisher wurden ja in Schottland und England nur wenige Gegenstände gefunden, die darauf hindeuten, dass sie einmal Wikingern gehört haben.

Das germanische Volk der Wikinger stammt aus dem Nord- und Ostseeraum und kann grob in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt werden: Die einen waren junge Männer, die in der Zeit, wo man landläufig vom „Abstoßen der Hörner“ spricht,  kriegerische Seefahrer-Raubzüge an den regionalen Küstenlinien ausübten, später aber in ihrer Heimat wie ihre Vorfahren Familien gründeten und den traditionellen Tätigkeiten der Sesshaften nachgingen.  Die andere Gruppe der Wikinger zog deutlich weitere Kreise, und zwar nicht nur in skandinavische, sondern auch in fränkische und angelsächsische Gebiete wie Schottland, im geringen Maße sogar bis zum Mittelmeerraum. Diese Wikinger übten ihre ebenfalls ufernahen Beutezüge ihr ganzes Leben lang aus und waren in ihrer Heimat keinesfalls Helden wie die Männer der anderen Gruppe, sondern Verbrecher und wurden auch als solche verfolgt. Sie waren zuhause nicht mehr integrierbar, blieben entweder ihr Leben lang auf See oder wurden in anderen Ländern sesshaft.

Die Herkunft der Bezeichnung Wikinger ist umstritten, die plausibelste geht aber auf die Übersetzung des Begriffes „vikingr“ zurück, das so viel wie „Seekrieger, der sich auf längerer Fahrt von der Heimat entfernt“ bedeutet.

Zur Information: Der Eintritt für die Ausstellung „Vikings!“ im National Museum of Scotland kostet pro Erwachsenen 11,00 € und pro  Kind von 12-15 Jahren 7,50 €.

Sind Ihnen vielleicht noch weitere Wikingerfunde in Schottland bekannt? Wir freuen uns auf Ihre Mitteilungen!

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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