Norwegen im Süden: Sonnenküste und Hardangervidda

Hardangervidda in Südnorwegen auf einer Mietwagenrundreise

Die Hardangervidda in Südnorwegen
Foto: Cordyph/ Flickr

Norwegen ist das längste Land Europas und hat landschaftlich unglaublich viel Abwechselung zu bieten: Im Norden die rauhe, schon arktisch anmutende Tundralandschaft und im Süden die liebliche, waldreiche Sonnenküste. Aber jeder Landesteil überrascht wiederum auch mit einigen Gegensätzen: So bildet die Hardangervidda in Südnorwegen mit ihrer weiten, baumlosen Hochebene einen krassen Gegensatz zu der für norwegische Verhältnisse nicht weit entfernt liegenden zerklüfteten Fjordküste. Diese Mischung macht die 12-tägige Mietwagenrundreise „Südnorwegen – die Sonnenküste“ zu einem spannenden Urlaub für jedermann.

Die Hardangervidda in Südnorwegen

Am vierten Tag unserer Norwegenreise erreichen Sie die größte Hochebene Europas, die Hardangervidda mit einer Fläche von 8000 km². Sie umfasst damit ein Gebiet, das viermal so groß ist wie das Saarland und befindet sich im Höhenbereich von 1200 bis 1400 m. Ihre höchste Erhebung ist der Sandfloeggi mit 1790 m. Das Wahrzeichen ist jedoch der Berg Harteigen mit seiner markanten Kastenbrotform.

Die Landschaft der Hardangervidda wurde durch die Gletscher der pleistozänen Eiszeit geformt, genauer gesagt geschliffen. Es entstanden weite Ebenen, flache Seen sowie mäandernde Bach- und Flussläufe. Im Osten besteht ein fließender Übergang zum reizvollen Numedal und Hallingdal, im Westen fällt die Hardangervidda steil ab zum Sør- und Eidfjord, in Begleitung von wildrauschenden Wasserfällen. Im Süden befindet sich die ausgedehnte Seenfläche des Totakvatn und im Norden erhebt sich das knapp 2000 m hohe Gebirgsmassiv Hallingskarvet und der vergletscherte Hardangerjøkul.

Nationalpark Hardangervidda

1981 wurde ein Drittel der Hardangervidda zum Nationalpark erklärt. Schon im 19. Jahrhundert errichtete der norwegische Wanderverein die erste Wanderhütte auf der Hochebene und bereits seit Jahrhunderten führen Handelswege über dieses Gebiet in Südnorwegen, wo noch heute Almwirtschaft mit Schafen, Ziegen und Kühen betrieben wird.

Die Nationalpark-Einstufung ist nicht zuletzt der dortigen Flora und Fauna zu verdanken. Die Tierwelt weist 24 Säugetierarten auf, unter anderem Norwegens größte wilde Rentierherde mit ungefähr 15.000 Tieren und die putzigen Berglemminge, die in einem 12-Jahres-Rhythmus eine sprunghaft ansteigende Vermehrungsrate aufweisen. Zu den 114 in der Hardangervidda vorkommenden Vogelarten gehört  auch die seltene Schnee-Eule. Die Flora kann mit 450 Pflanzenarten aufwarten. Im westlichen Teil befindet sich aufgrund der höheren Niederschlagsmenge eine größere Artenvielfalt als im kargeren Ostgebiet. Häufig vertreten ist die Moltebeere, aber auch einige arktische Arten, die in der Hardangervidda ihr südlichstes Vorkommen haben, können Sie hier antreffen. Im Sommer erstrahlt die Hochebene in den mannigfaltigsten Blütenformen und -farben. Begeben Sie sich auf die Suche, denn die schönsten Blüten befinden sich oft im Verborgenen!

Zusammenfassend kann man sagen, dass diese menschenleere, aber keinesfalls eintönige Hardangervidda ein Paradies für jeden Naturliebhaber und Wanderer ist. Sie stellt außerdem eine wahre Herausforderung für Aktivurlauber wie Ski- und Radfahrer dar. Nebenbei wirkt diese Hochebene auf wunderbare Weise beruhigend auf Körper und Geist. Wie man sieht, hat die Hardangervidda für jeden etwas zu bieten. Lassen Sie sich dieses Natur-Highlight auf Ihrer nächsten Norwegenreise auf keinen Fall entgehen. Oder waren Sie bereits schon auf Europas größter Hochebene? Schreiben Sie uns Ihre Eindrücke! Wir freuen uns darauf!

Oben gezeigtes Foto fanden wir bei flickr – Herzlichen Dank an den Fotograf Cordyph.

Die Sonnenküste Norwegens

Auf der erwähnten Mietwagenrundreise „Südnorwegen – Die Sonnenküste“ lernt man aber nicht nur das Landesinnere kennen, sondern auch die malerische Küstenlinien im Süden Norwegens. Zum einen lernt man gleich in den ersten Tagen auf dieser Reise zwei pulsierende Metropolen kennen: Zuerst Norwegens Hauptstadt Oslo, die sich im Südosten am Oslofjord befindet, der wiederum in den Skagerak mündet, und danach die zweitgrößte und außerdem zauberhafte Stadt Bergen, die an der Südwestküste am norwegischen Meer liegt. Die Wegstrecke führt den Reisenden über die Inlandsstadt Geilo und die bereits beschriebene Hardangervidda. Nach den beiden großen Metropolen des Landes begibt man sich von Bergen aus mit seinem Mietwagen südwärts und umrundet die komplette Südküste auf dem Weg zurück nach Oslo. Dabei lernt man noch andere sehenswerte Städte Norwegens kennen.

Stavanger

Stavanger ist ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für die norwegische Wirtschaft. Die über 12.000 Einwohner zählende Stadt ganz im Südwesten Norwegens wird auch als Europas Ölmetropole bezeichnet. Nordwärts beginnt die weitläufige Fjordlandschaft, die sich tief in das Land gearbeitet hat. Stavanger selbst ist sehr modern und multikulturell. Ein echtes Highlight auf jeder Reise in Südnorwegen sind die atemberaubenden Bootsfahrten ab Stavanger in den nahe gelegenen imposanten Lysefjord.

Flekkefjord, Mandal und Kragerø

Von Stavanger aus gelangt man recht bald nach Flekkefjord. Diese hübsche Kleinstadt war im 19. Jh. ein wichtiger Holzexporteur in die Niederlande. Dementsprechend findet man hier noch wunderschöne Holzhäuser im holländischen Stil aus der damaligen Zeit. Sie stehen in dem Altstadtviertel Hollenderbyen, „der Stadt der Holländer“, mit schmalen Gassen und malerischen Bootsschuppen.

Und weiter geht es nach Mandal, das kurz vor Kristiansand liegt und die südlichste Stadt Norwegens ist. Diese Kleinstadt gelangte bereits im 15.Jh. zu größerem Reichtum aufgrund von Holz- und Lachs-Exporten und trägt noch heute den Beinamen „Perle des Sørlandes“. Die engen Kopfsteinpflasterstraßen und weißen, blumengeschmückten Häuser zeugen aus dieser Zeit. Neben der waldreichen Umgebung gibt es ein weiteres Highlight, was Mandal zu einem der beliebtesten Urlaubsorte auch für norwegische Erholungssuchende macht: der traumhafte, 1 km lange, weiße Sandstrand!

Zwischen Kristansand und Oslo liegt neben vielen anderen Ortschaften die beschauliche, etwas mondän wirkende Stadt Kragerø, die sich über drei Inseln verteilt. Einst war ein ein reines Seefahrer- und Fischerdorf, seit einigen Jahrzehnten ist der Tourismus seine Haupteinnahmequelle. Es gibt denemntsprechend ein lang erprobtes, reichhaltiges Angebot an Ausflügen und Aktivitäten in und um Kragerø.

 

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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