Londonderry ist „UK City of Culture 2013“!

Londonderry in Nordirland

Londonderry in Nordirland
Foto: Northern Ireland Tourist Board

Londonderry in Nordirland stellt dieses Jahr den kulturellen Nabel des United Kingdom dar! Um die 1000 Veranstaltungen über das gesamte Jahr 2013 verteilt stehen in der „UK City of Culture 2013“ zur Auswahl. Von Straßenveranstaltungen, Ausstellungen, Konzerten bis hin zu Tanzvorstellungen, Lesungen, Filmvorführungen und Sportveranstaltungen findet der interessierte Besucher hier ein breites Angebot.

Zum ersten Mal wurde diese Auszeichnung innerhalb des Vereinigten Königreichs verliehen, und dann gleich außerhalb der Grenzen von Großbritannien! Darauf kann sich Londonderry, auch Derry genannt, etwas einbilden!

Die altehrwürdige Stadt trägt den Beinamen „The walled City“, weil einer der ältesten Teile der Stadt mit einer knapp 400 Jahre alten, hervorragend in Stand gehaltenen Mauer umgeben ist. Ihre Maße: 1,5 km lang, 8 m hoch und an einigen Stellen bis zu 9 m breit. Prunkstücke auf der in weiten Abschnitten begehbaren Mauer sind die 24 historischen Kanonen, insbesondere die mächtige Roaring Meg. Einen Stadtrundgang in luftiger Höhe sollte man sich nicht entgehen lassen! Vier Stadttore ermöglichen den Eintritt in das rautenförmige Stadtinnere, das den schönen Beinamen „Diamond“ trägt. Ihrer Form und der Stadtmauer verdankt Derry die Tatsache, dass sie nahezu uneinnehmbar war und viele bauliche Schätze erhalten konnte.

Was macht Londonderry so besonders?

Zum einen sind es die vielen Sehenswürdigkeiten, die Derry so einzigartig machen. Dazu zählt zum Beispiel das Tower Museum, wo man sehr schön die Geschichte Londonderrys näher gebracht bekommt. Außerdem die im gotischen Stil erbaute St. Columb´s Cathedral, der Gildensaal mit seinen auffallenden Buntglasfenstern und das Handwerkerdorf, wo man sich in die Zeit des 18. und 19 Jh. zurück versetzt fühlt. Oder die Apprentice Boys Memorial Hall, die an die 13 Lehrlinge erinnert, die in den Jahren 1688-89 die Einnahme der Stadt durch König Jakob verhinderten, indem sie beherzt und vor allem rechtzeitig die Stadttore verriegelten. Auch das Millennium Forum, das Irlands größte Schauspielbühne ist, sollte man sich nicht entgehen lassen. Ebenso wenig das 1830 erbaute unabhängige Warenhaus Austin´s, das zu den ältesten seiner Art auf der Welt zählt.

Londonderry

Londonderry: Peace Bridge
Foto: Flickr/ leppre

Eine absolut neue Attraktion ist die glänzende Peace-Bridge über den Fluss Foyle, die den renovierten Guildhall Square mit dem herausragenden, komplett  neu gestalteten Präsentationsplatz im Stadtteil Ebrington verbindet. Ihre Entstehung bzw. Neugestaltung verdanken diese Plätze der Nominierung Derrys zur Kulturstadt 2013.

Londonderry ist bereits geübt in Festivals der größeren Art. So findet hier alljährlich im September das „Big Tickle Comedy Festival“ der Super-Komiker,  im Oktober der „Hallowe´en Carnival“ und im November das „Foyle Film Festival“ statt. Das sind gleich drei Gründe mehr, eine Irlandreise im Herbst zu machen!

Zum anderen merkt man den Einwohnern von Londonderry an, wie sehr sie ihre 1450 Jahre alte Stadt lieben, das spürt man sofort bei einem Rundgang durch Derry und einem herzlichen Gespräch mit den Bewohnern.

Faughan Valley

Ein Geheimtipp befindet sich vor den Toren Londonderrys. Hat man nach all dem Trubel und den vielen kulturellen Eindrücken genug von der Stadt, so bietet sich eine Fahrt in das nur 10 km außerhalb liegende wunderschöne Tal Faughan Valley an. Hier findet man Ruhe und Stille in einer ursprünglichen, typisch irischen Landschaft. Irlands ältester Wald, Naturschutzgebiete, Seen und Wildblumenwiesen erwarten den Reisenden. Die idyllischen Ortschaften Ness, Oak und Killaloo Woods laden zum Verweilen ein. Wer in Londonderry noch nicht genug von Kultur gesehen hat, findet im Ashbrook House genau das Richtige: Es handelt sich um ein 400 Jahre altes Landhaus, das sich ausnahmslos über all die Jahrhunderte im Familienbesitz befunden hat. Bei der Besichtigung des Hauses offenbaren sich die verschiedenen Geschichten der vielen Generationen, die dieses Haus schon gesehen hat. In dem dazugehörigen Park bleibt man des öfteren ehrfürchtig vor den teilweise Jahrhunderte alten und seltenen  Bäumen stehen.

Londonderry

Dunluce Castle im Co. Antrim
Foto: Flickr/ alex ranaldi

Ein wahres Highlight: Die Landschaft des County Londonderry

Die Stadt Londonderry allein ist schon eine Reise wert. Aber man sollte sich unbedingt nochmal ebenso viel Zeit nehmen, um die sagenhafte Landschaft der namensgleichen und der umliegenden Grafschaften kennen zu lernen.

Derry liegt an dem Foyle Binnensee, der genau gegenüber durch eine enge Öffnung ins offene Meer mündet. Dort beginnt außerdem die attraktive Causeway Coast Route, die den Nord-Irlandreisenden bis zum UNESCO-Weltnaturerbe Giant´s Causeway führt, eine am Strand und im Meer befindliche Steinformation aus 40.000 mehreckigen Basaltsäulen, die der Legende nach der Pfad eines Riesen gewesen sein soll. Der Giant´s Causeway liegt bereits im benachbarten County Antrim, ist aber nur ca. 60 km von Londonderry entfernt.

Unterwegs kann man den Mussenden Temple , erbaut von einem Bischof zu Ehren seiner Cousine, oder das Dunluce Castle, eine der größten mittelalterlichen Burgruinen Irlands, besichtigen. Beide Sehenswürdigkeiten bieten einem fantastischen Ausblick auf das Meer und die steil abfallende Felsenküste.

Dies sind nur einige wenige Beispiele, was Nordirland außer der Kulturhauptstadt Londonderry noch zu bieten hat. Kultur und Natur liegen gerade in diesem Jahr hier dicht beisammen – was braucht man mehr für einen gelungenen Nordeuropaurlaub?!

Besuchen Sie die Stadt und die Grafschaft Londonderry in Nordirland! Oder kennen Sie vielleicht dieses wunderbare Fleckchen Erde bereits? Dann freuen wir uns auf Ihre Reiseerlebnisse!

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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