Highland Games in Schottland

Die Ballater Highland Games

Sword Dance an den Ballater Highland Games
Foto: Scottish Viewpoint

Die Highland Games gehören unbestritten zu den festlichen Highlights der Schotten!  Diese historischen Wettkämpfe finden alljährlich in den Sommermonaten von Mitte Juni bis Anfang September statt. Gemäß der alten Traditionen vergleichen sich die Teilnehmer in verschiedenen Disziplinen, wie zum Beispiel Baumstammwerfen, Tauziehen und Hammerschleudern.

Das sind nicht nur für Einheimische wahre Festtage, auch viele Besucher aus Nah und Fern werden von diesen Attraktionen magisch angezogen. Alle sind dort herzlich willkommen und nehmen diese Gelegenheit des Beisammenseins, gathering genannt, voller Begeisterung wahr.

Geschichtliches zu den Highland Games

Die schottischen Hochlandspiele existieren bereits seit dem 12. Jahrhundert. König Malcom III. ordnete für seine Soldaten eine Art Manöver an, um ihre Kriegstauglichkeit zu testen und ihr Können besser einschätzen zu können. Die Gewinner wurden ehrenhaft in die Leibgarde des Königs aufgenommen.

Diese Wettkämpfe fanden erstmals in der Nähe des Ortes Braemar statt. Gemäß dem Motto „Tradition verpflichtet“ haben sich in Braemar bis heute die größten und bekanntesten Highland Games etabliert. Sogar die britische Königsfamilie lässt sich alljährlich am ersten Samstag im September hier blicken. Höhepunkt des Braemar-Gathering ist das Craig – Choinich – Rennen, ein Wettlauf zum Berggipfel, das ebenfalls seit 900 Jahren existiert.

Die Highland Games wurden außerdem praktiziert, wenn sich zwei schottische Clans zerstritten hatten. Und das kam nicht selten vor! Die Clans trugen auf diese Weise Ihre Unstimmigkeiten aus. Anstelle eines grausamen Krieges war diese Variante des Kampfes deutlich unblutiger und viele Krieger verdanken dieser Art Kriegsführung ihr Leben!

In der Zeit der englischen Vormachtstellung in Schottland waren die Highland Games lange Zeit verboten. Dank Königin Victoria, die eine große Schottland-Liebhaberin war, wurden Mitte des 19. Jahrhunderts die Wettkämpfe wieder erlaubt.

Mittlerweile finden an ungefähr 60 Orten in Schottland diese volksfestähnlichen Veranstaltungen statt. Mehr zu den aktuellen Veranstaltungen 2013 finden Sie hier.

Hammerwerfen bei den Braemar Highland Games Foto: Scottish Viewpoint

Hammerwerfen bei den Braemar Highland Games
Foto: Scottish Viewpoint

Die Disziplinen der Highland Games

Begleitet von schier unendlichen Dudelsack-Klängen treten kräftige Schotten in Kilts gekleidet gegeneinander an. Mittlerweile gibt es über 40 verschiedene Disziplinen, die nicht nur von den Traditionen des jeweiligen Austragungsortes abhängen, sondern auch von Jahr zu Jahr variieren können.

Tossing the Caber – Baumstammüberschlag: ein 5-6 m langer, 30-80 kg schwerer Holzstamm muss mit Schwung so schön wie möglich weggeschleudert werden. Es kommt tatsächlich nicht auf die Weite an, sondern auf die „Choreografie“ des Wurfs! Ganz wichtig ist, dass sich der Stamm einmal der Länge nach überschlägt und mit dem dickeren Ende auf dem Boden auftrifft. Der Werfer umfasst zu Beginn das dünnere Ende mit beiden Händen und schleudert den Stamm schräg hoch in die Luft. Mit dem Speerwerfen bei der Leichtahthletik hat das Baumstammwerfen absolut keine Gemeinsamkeit!

Throwing the hammer – Hammerwerfen: Im Gegensatz zum Baumstammwerfen ist das Hammerwerfen doch sehr eng mit der gleichnamigen Disziplin bei der Leichtathletik verwandt. Das Gerät ist zwar etwas grober und altmodischer, aber der Athlet muss auch in einem Ring stehend den Hammer um sich schwingen und so weit wie möglich von sich schleudern.

Tauziehen bei den Lonach Highland Games Foto: Scottish Viewpoint

Tauziehen bei den Lonach Highland Games
Foto: Scottish Viewpoint

Tug o war – Tauziehen: bei dieser Manschaftssportart kommt es nur darauf an, die gegnerische Manschaft irgendwie über die Mittellinie zu ziehen. Diese Disziplin eignete sich in ihrem Ursprung hervorragend zum Schlichten von Clan-Streitigkeiten.

Putting the Stone – Steinweitwurf: diese Disziplin der Highland Games ist sehr verwandt mit dem Kugelstoßen. Ein ungefähr 10 kg schwerer Stein muss entweder aus dem Stand oder mit Anlauf so weit wie möglich weggeschleudert werden.

Weight for Height – Gewichtshochwurf: Ein Gewicht von ungefähr 25 kg muss dabei rückwärts über ein Stange geworfen werden.

Neben diesen populärsten Disziplinen gibt es auch so ausgefallene wie Gummistiefelweitwurf, Heusackwerfen, Fassrollen und Langlauf mit Gewichten.

Aber auch tänzerische und musikalische Sportarten gehören zu den Highland Games: Dudelsack-Wettbewerbe und der Highland Dance sind sogar sehr häufig vorkommende Disziplinen. Die Dudelsackspieler messen ihr Können einzeln oder in Gruppen bei der Darbietung des Pibroch- einer musikalischen Form der schottischen Weisen – und den Märschen, die aus der militärischen Vergangenheit der Highland Games stammen. Die Tänzer und Tänzerinnen sind auch auf die Dudelsack-Klänge angewiesen. Sie präsentieren ihr Können zu Strathspeys und Reels. Sehr hübsch anzusehen ist außerdem der Sword Dance, bei dem man sich wie eine Ballerina über zwei am Boden liegende, gekreuzte Schwerter anmutig bewegen muss. Der Sword Dance wurde früher von den Kriegern getanzt, heutzutage hat es den Hauch einer Ballettvorführung!

Die Vielseitigkeit der Highland Games ist unerschöpflich wie man sieht. Mittlerweile gibt es auf der ganzen Welt Nachahmer-Veranstaltungen. Aber der Ursprung ist nun einmal in Schottland. Echte Insider behaupten, dass man diesen nördlichsten Teil von Großbritannien nur dann wirklich kennt, wenn man zumindest einem der vielen Highland Games beigewohnt hat.

Damit Sie auch zu der erlauchten Gruppe der Schottland- Insider gehören finden Sie hier die passenden Reisen dazu.

Oder kennen Sie die Highland Games bereits? Wie haben Sie Ihnen gefallen? Wir freuen uns auf Ihre Berichte!

 

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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