Connemara – der wilde Westen Irlands!

Connemara

Connemara im Co. Galway, Irland
Foto: Roger Kinkead/ Tourism Ireland

Connemara besitzt zwei ganz unterschiedliche Gesichter: Im Norden zeigt die Region ihre rauhe und wilde Schönheit. Hier befinden sich die „Twelve Bens“ – ein Gebirgszug mit mehreren 700 m hohen Bergen und fast schon alpinem Charakter. Schafe klettern gekonnt auf den steilen Klippen an der Atlantikküste. Diese vierbeinigen Wollpakete sind oft auch im Landesinneren inmitten Connemaras idyllischer Bergwelt die einzigen Wegbegleiter. Abseits vom Massentourismus kann man sich auf den einsamen und menschenleeren Wanderpfaden hier wunderbar erholen und entspannen.

Im Süden sieht Connemara ganz anders aus. Das Landschaftsbild ist geprägt von vielen Mooren und Heideflächen. Im Südwesten zeigen sich auf einer Irlandreise nahezu mediterane Züge, wenn man die sanft und flach ins Meer fließende Felsenküste betrachtet, die sich westlich der Stadt Galway befindet. Vor allem die Pflanzenwelt präsentiert sich dementsprechend, man findet sogar Palmen, die dort gedeihen. Der Grund hierfür ist der Golfstrom und die geschützte Lage.

Connemara – Halbinsel im Westen Irlands

Connemara erstreckt sich nordwestlich von Galway und gehört politisch zu dem gleichnamigen County. Es ist eine Landschaftsregion in der Provinz Connacht, die im Osten von dem See Lough Corrib begrenzt wird. Es fehlte nicht viel und Connemara wäre eine Insel geworden, denn eine auffällige Kette von Seen, zu denen auch der Lough Corrib zählt – reihen sich hier aneinander. Im Norden grenzt Connemara an Joyces Country und im Westen liegt die stark zerklüftete Küstenlinie, wo das Meer und das Land noch um die Vorherrschaft kämpfen!

Connemara ist recht dünn besiedelt. Das war vor einigen Jahrhunderten noch anders, aber durch die englische Besatzung im 17. Jahrhundert und durch Hungersnöte im 19.Jahrhundert nahm die Bevölkerungdichte drastisch ab. Viele leerstehende Gehöfte und Häuser sind stumme Zeugen aus dieser Zeit. Mitterweile bieten sie einen recht malerischen Anblick, aber dahinter steckt zum Teil viel Leid und Kummer. Heutzutage ist Clifden der einzige Ort, der annähernd als Stadt bezeichnet werden kann. Clifden gilt daher auch als inoffizielle Hauptstadt von Connemara.

Connemara National Park

Der Connemara Nationalpark befindet sich nördlich von Clifden und verdankt seine Entstehung im Prinzip den waldrodenden Maßnahmen in der Steinzeit. Der angesiedelte Laubmischwald fiel der Axt zum Opfer und machte auf diese Weise Platz für eine andere Naturschönheit: Es entstand ein schützenswertes Hochmoor, das seit 1980 Nationalpark ist. Hochmoore kommen in unserer heutigen durchgeplanten Nutzflächen-Landschaft  immer weniger vor. Auf den ersten Blick wirken Hochmoore recht karg, aber sie beherbergen eine einzigartige Fauna und Flora, die man nur dort findet. Fleischfressende Pflanzen und irische Heide, die eigentlich im Mittelmeerraum beheimatet ist, lassen das Botanikerherz höher schlagen. Aber auch Tierfreunde kommen auf Ihre Kosten: Verschiedene Raubvogelarten und das berühmte Connemara-Pony sind hier zuhause und zu bewundern.

Ein recht großer Teil des 3000 ha umfassenden Connemara Nationalparks wurde vor 1980 von der bekannten Kylemore Abbey landwirtschaftlich genutzt. Man findet in dem Park auch heute noch viele kulturelle Zeugnisse, wie zum Beispiel die Überreste eines Friedhofs aus dem 19. Jahrhundert, alte Kalkbrennöfen, Gebäudereste und Grenzmauern. Auch deutlich ältere Kulturgüter, wie beispielsweise eine Megalithanlage, bereichern eine Wanderung in diesem Nationalpark.

Ein sehenswertes Besucherzentrum bringt dem Gast alles Wissenswerte rund um den Connemara National Park auf gekonnte Weise näher. Es befindet sich in Letterfrack, 15 km nordöstlich von Clifden, und hat von März bis Oktober täglich geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Connemara

Kylemore Abbey in Connemara
Foto: Holger Leue/ Tourism Ireland

Kylemore Abbey

An der nördlichen Grenze des Nationalparks steht die berühmte Kylemore Abbey – noch ein Grund mehr, Connemara zu besuchen! Dieses schlossartige Gebäude wurde in den Jahren 1867 bis 1871 von dem wohlhabenden Kaufmann Henry erbaut. 1903 verkaufte er das Gebäude an den Herzog von Manchester, 1920 erwarben die Benediktinerinnen das Gebäude. Bis zum heutigen Tag wird es als Nonnekloster geführt. Es ist das älteste seiner Art in Irland. Besuchern steht die Kirche und der traumhafte viktorianische Garten zur  Verfügung, sowie ein Restaurant und ein Kunsthandwerkerzentrum.

Wie man sieht, hat Connemara unglaublich viel zu bieten. Nicht nur Natur- sondern auch Kultur-Highlights warten darauf, von Ihnen entdeckt zu werden. Die passenden Reisen dazu finden Sie hier. Gern berät Sie das ZeitRäume-Team auch telefonisch unter der 0641-93126-0.

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

ZeitRäume - ZR-Reisen Individual UG (haftungsbeschränkt) Impressum - Datenschutz