Reykjavik: Der perfekte Tag in Islands Hauptstadt!

Reykjavik

Reykjavik Stadtansicht
Foto: Iceland.is

Reykjavik ist die außergewöhnliche Hauptstadt eines außergewöhnlichen Landes. Auf einer Island Rundreise kommt man an dieser quirligen Metropole nicht vorbei,  allein schon, weil die meisten Flüge nach und von Island in Keflavik, das vor den Toren Reykjaviks liegt,  landen bzw. starten. Aber das allein sollte nicht der Grund für ein paar Tage in dieser Stadt sein. Auf einer Schnupper- oder Stipvisite Reykjavik gibt es so allerhand zu entdecken und obwohl hier nur um die 120.000 Menschen leben, schafft man die sehenswertesten Ecken wie so oft nicht an einem Tag. Falls einem aber nur 24h zur Verfügung stehen, weil man Reykjavik vor- oder nach einer Islandrundreiseeingeplant hat, haben wir einen Vorschlag für einen „pefekten Tag in Reykjavik“ zusammengebastelt.

Der perfekte Vormittag in Reykjavik

Nach der erholsamen Nacht in dem kleinen, aber edlen 4****-Holt Hotel, das an einer ruhigen Straße, aber dennoch zentral in Reykjavik liegt, beginnt man den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück. Das Holt Hotel ist bekannt für seine hervorragnede Küche. Anschließend rüstet man sich für einen Stadtrundgang.

Nach ein paar Minuten zu Fuß erreicht man bereits den innerstädtischen See Tjörnin. An seinem nördlichen Ufer steht das extravagnte Rathaus, das in den 1990er Jahren zum Teil ins Wasser gebaut wurde und durch seine Säulen-Architektur sofort ins Auge fällt. Direkt dahinter beginnt die historische Altstadt mit ihren wunderschönen Holzhäusern – mehr Kontrast geht nicht! Genau das macht Reykjavik so einzigartig: Auf den ersten Blick ist man des öfteren irritiert, weil einiges einfach nicht zusammen passt. Aber  daran merkt man, dass Island einfach etwas anders ist als das europäische Festland – vielleicht aufgrund seiner extremen Insellage! Und dieses „Exotische“ begegnet dem Besucher in Reykjavik immer mal wieder.
In diesem Stadtviertel findet man noch mehr Sehenswertes: Da ist zum Beispiel das Falkenhaus, in dem im 18. und 19. Jahrhundert die königlichen Falken gehalten wurden. Auch das isländische Regierungs- und das Parlamentsgebäude, das Alþingishús, sind nur ein Steinwurf entfernt – in direkter Nachbarschaft zum Dom und zum Iðno, einem großen Holzgebäude, in dem im 19. Jahrhundert die Handwerkervereinigung tagte. Später wurde das Haus für Aufführungen der Theatergemeinschaft Reykjavik genutzt. Schräg gegenüber befindet sich das älteste Gymnasium Islands (Menntaskólinn) aus dem 11. Jahrhundert.

Der perfekte Mittag in Reykjavik

Nach so viel Kultur hat man sich eine ordentliche Mittagspause verdient. Dazu spaziert man weiter zum Alten Hafen. Ein wahrer Insidertipp ist das Sægreifinn. Die in rustikalem Ambiente angebotene Hummersuppe ist legendär, der ehemlige Schiffskoch Kjartan Halldórsson hat sich damit einen Namen gemacht. Nach der Stärkung schlendert man entlang des Hafenbeckens bis zu Reykjaviks neuestem Prunkbauwerk, der Harpa. Das gläserne Gebäude diente als Konzert- und Konferenzsaal und wurde erst in 2011 eröffnet.

Der perfekte Nachmittag in Reykjavik

Von dort wendet man sich wieder stadteinwärts, flaniert durch eine Grünanlage, in der das 4m hohe Standbild des Stadtvaters Ingólfur Arnason auf einem kleinen Hügel steht. Auf dem Weg zu Reykjaviks bekanntester Einkausfmeile, der Laugavegur, kann man noch das Nationaltheater und die Nationalbibliothek bewundern. Bei einem Bummel durch die schmale Straße, in der die Isländer per Auto schoppen gehen (!), in der man aber auch sehr gut zu Fuß einkaufen kann, entspannt man herrlich. Insgesamt hat Reykjavik an die 300 Geschäfte zu bieten. Da ist für jeden etwas dabei: Vom Kunstgewerbeladen mit modernen und traditionellen Wollwaren bis hin zu Boutiquen mit edlen Designerstücken findet man hier alles. Wenn zu den in Reykjavik üblichen Tax-free-Bedingungen auch noch die Preissenkungen beim Schlussverkauf hinzukommen, kann man das ein oder andere Schnäppchen machen! Bei den Juwelieren kann man ebenso fündig werden: Sehr individuelle, oft künstlerisch wertvolle Einzelstücke lassen bei Schmuckliebhabern das Herz höher schlagen.
Wer weniger gern bummeln geht, der kann sich von einem der drei Kunstmuseen in Reykjavik beeindrucken lassen. In hafennähe befindet sich das Hafnarhús, in dem moderne Kunst ausgestellt ist. Wer dort Lust auf mehr Kunst bekommen hat, kann noch zu den beiden anderen Kunstmuseen fahren, die aber nicht mehr im Stadtzentrum liegen (Kjarvalsstaðir im Park Miklatun und Asmundarsafn).
Oder man setzt sich einfach in eines der gemütlichen Cafes und beobachtet die anderen Menschen. Da bietet sich zum Beispiel das Stofan Cafe in der Aðalsstræti an: Man fühlt sich hier wie in Omas Wohnzimmer, hat aber gleichzeitig eine breite Fensterfront mit freier Sicht auf die Einkausstraße! Ein weiterer Insidertipp ist das Mál og menning in der Laugavegur, ein Buchladen, in dem man neben Büchern und Landkarten, die es hier auch auf Deutsch und Englisch gibt, außerdem seinen Kaffee trinken kann und dabei in den Büchern schmökern darf.

Von der Laugavegur aus erreicht man eine weitere Einkausstraße, die Skòlavörðustígur, die an ihrem südlichen Ende auf das Wahrzeichen Reykjaviks, die Hallgrímskirkja, stößt. Diese wie so viele Gebäude in der Stadt aus Beton erbaute Kirche wurde zwischen 1945 und 1986 auf einer Anhöhe errichtet. Der Bau dauerte so lange, weil zwischendurch einmal die finanziellen Mittel für das gigantische Bauwerk fehlten. Um so schöner erhebt sie sich nun als elegante weiße Dame über dem bunten Meer an Häusern.

Der perfekte Abend in Reykjavik

Nach einer Verschnaufpause im Hotel, steht nun das Abendessen an. Die Isländer gehen gerne und gut essen, dementsprechend ist die Auswahl an nationalen und internationalen Restaurants in der Stadt groß. Die angesagten nationalen Küchen distanzieren sich von der traditionellen isländischen Küche mit Wal und Gammelhai und haben sich der New Nordic Cuisine verschrieben. Starkoch Gunnar Karl Gíslason verfolgt in seinem Restaurant Dill das Motto: „Iss, was vor deiner Haustüre wächst“. Er richtet als Vorspeise zum Beispiel gesalzenen Lachs mit Radieschen, Seegras, Skyrquark, Meerettich, Pfeffer und bunten Blumenblättern an. Und als Hauptgang Jakobsmuscheln  mit Sanddorn und Kerbel, knusprige Chips aus getrocknetem Lammfleisch, rote Beete auf Seegras und eigenem Schnaps.
Wer lieber international speisen möchte, findet mit Sicherheit in einem der 170 anderen Restaurants genau das, wonach ihm oder ihr gerade zumute ist!

Für Diskofans und Nachtschärmer gibt es ein großes Angebot an Bars, Kneipen und Diskos, wo man die ganze Nacht durchfeiern kann. Darin sind die Isländer nämlich auch richtig gut, zumindest in Reykjavik werden am Wochenende die Bürgersteige nachts nicht hochgeklappt! Der NASA-Club gehört zu den angesagtesten Locations, hier treten freitags oder samstags öfter mal isländische Bands auf.

Müde und zufrieden sinkt man nach diesem erlebnisreichen Tag in sein Bett und wünscht sich, dass der morgige Tag ebenso perfekt wird!

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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