Limerick wird „Irish City of Culture 2014“

Touristen in Limerick bei King Johns Castle Foto: Shannon Development

Touristen in Limerick bei King Johns Castle
Foto: Shannon Development

Limerick hat die Jury überzeugt: Sie wird im kommenden Jahr die erste irische Kulturhauptstadt – ganz nach dem Vorbild der „UK City of Culture“, die in diesem Jahr Londonderry ist (wir berichteten). In diesem Fall waren die Briten den Iren voraus, die Idee des „Year Homecoming“ hatten dafür die Iren zuerst. So lässt sich das eine Land vom anderen inspirieren!

Der irische Name der Stadt – Luimneach – bedeutet so viel wie „öder Fleck“, trotzdem entwickelte sich Limerick im Verlauf der Jahrhunderte zu einem historischen Zentrum und ist nie mehr von der Landkarte verschwunden! Das war bestimmt auch ein Grund dafür, Limerick zur „Irish City of Culture 2014“ zu ernennen.

Eckdaten Limericks

Limerick ist mit seinen 55.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Irlands und liegt im Westen der grünen Insel, am Anfang der buchtartigen Verbreiterung des Shannon-Flusses, der später ins Meer mündet. Im 9. Jahrhundert bauten die Wikinger hier ein beständiges Lager auf, von dem sie Beutezüge ins Landesinnere unternahmen. Keine 200 Jahre später befreite der berühmte irische König Brian Boru die Stadt von den Wikingern. Anglo-normannische und irische Herrscher wechselten sich fortan ab. Aufgrund der Rivalität zwischen englischen Siedlern und irischen Ureinwohnern entstanden zwei Stadtteile: Englishtown und Irishtown, wobei der kulturele Mittelpunkt noch heute in der Englishtown liegen. Im 12. Jahrhundert erbaut der englische König John King John´s Castle, das bis heute das Wahrzeichen der Stadt ist.

King John´s Castle

Die mächtige Burganlage aus drei runden Ecktürmen, einer Bastion und einem zweitürmigen Torbau wurde von 1200 bis 1202 auf einer Insel erbaut, umströmt vom Shannon und dem Abbey River. Es diente zum Schutz der englischen Siedler vor den einheimischen Iren und wurde immer wieder hart umkämpft von beiden Seiten, je nachdem, wer sie gerade erobert hatte. Diese Kämpfe gingen nicht spurlos an den Gemäuern vorüber, immer wieder musste die Burg neu in Stand gesetzt werden, mal zu ihrem Besten, mal führten die Baumaßnahmen aber auch zu Verschlechterungen und Stilbrüchen. Architektonisch betrachtet ging die Burg dadurch aber zumindest in Teilen immer mit der Zeit! Die fünfeckige Wehranlage wurde erst kürzlich wieder komplett restauriert – rechtzeitig zu den im kommenden Jahr bevorstehenden Festlichkeiten anlässlich der Auszeichnung Limericks zur Kulturhauptstadt Irland.

Auch wenn dieser Bau für die Iren ursprünglich kein gutes Bauwerk war, weil damit die Unterdrückung durch die protestantischen Engländer demonstiert wurde, hat die Stadt Limerick mit diesem Teil der Geschichte längst abgeschlossen und erfreut sich nun der Beliebtheit ihrer mächtigen Burganlage.

Unser Tip: Eine Besucherattraktion mehr hat das altehrwürdige King John´s Castle seit neuestem zu bieten: Man kann verkleidet in mittelalterlichen Kostümen an einer Burgführung teilnehmen und sich in einem Zelt auf dem Burghof durch interaktive Sound- und Raumtechnologie auf eine Zeitreise begeben. Außerdem wurde eine alte Schmiede in der Anlage wieder zum Leben erweckt und ebenfalls kostümierte Burgführer erzählen in anschaulicher Weise die Geschichte des King John´s Castle.

St. Mary´s Kathedrale

Neben King John´s Castle ist die St. Mary´s Kathedrale das wichtigste Bauwerk der Stadt. Ungefähr zur gleichen Zeit zumindest in den Grundzügen erbaut, entstanden die architektonisch wertvollen Bauelemente aber erst im 15. Jahrhundert: das sagenhafte Chorgestühl aus Eichenholz, das es zumindest innerhalb Irlands nicht noch einmal gibt, die 23 sogenannten Miserikordien, die als Sitzgelegenheiten für ältere Priester dienten und reich verziert sind, sowie die Grabmäler.

Unser Tip: Der Ausblick von dem 36 m hohen Turm lohnt sich wirklich!

Also auf nach Limerick! Auf den ZeitRäume- Irland-Rundreisen, die in den Südwesten Irlands gehen, bleibt immer genügend Zeit für eine Abstecher in die „Irish City of Culture 2014“.

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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