Zu Besuch bei den Eisbären auf Spitzbergen – 1

Eisbären auf Spitzbergen

Eisbären auf Spitzbergen
Foto: Dominic Barrington

“ Zu Besuch bei den Eisbären auf Spitzbergen?! Wer hatte denn diese Schnapsidee?!“ Das war der Ausspruch meines Mannes, als ich ihm von unserem nächsten Reisewunsch erzählte. Ich merkte gleich, dass unsere beiden Kinder und ich da noch einige Überzeugungsarbeit leisten mussten! Aber schließlich hatten es die Kinder ja auch schon bei mir geschafft, mich von diesem recht „exotischen“ Reisewunsch zu überzeugen, warum sollte uns das nicht auch bei ihm gelingen?!

Wie alles begann mit den Eisbären auf Spitzbergen

Vor unserer Spitzbergen-Expeditionsseereise „Im Land der Eisbären“ mit der MS Fram von Hurtigruten musste ich mir von meinen beiden Kindern ewig den Satz anhören: „Wann besuchen wir endlich Lars, den kleinen Eisbären am Nordpol?“ Zuerst antwortete ich dann immer ganz allgemein: „Ach, was wollt ihr denn da, da ist es doch einfach nur kalt!“ Aber meine Kinder ließen nicht locker und so musste ich mich wohl oder übel etwas ernsthafter mit dieser Angelegenheit auseinandersetzen. Und ich muss sagen, jetzt im Nachhinein, bin ich den beiden dafür sehr dankbar! Ich wäre sonst um einige wertvolle, einmalige Erlebnisse und Eindrücke ärmer!

Expeditionsseereisen mit der MS Fram

Bei der Recherche im Internet stieß ich auf die Hurtigruten Expeditionsseereisen. Diese Reederei ist ja in erster Linie bekannt für ihre Postschiffreisen entlang der norwegischen Küste. Aber sie bieten auch Expeditionsseereisen in die polaren Regionen der Erde an. Und dazu gehören tatsächlich auch verschiedene Reisen zu den Eisbären nach Spitzbergen!  Aber da wir zu diesem Zeitpunkt auch schon Einiges darüber gelesen hatten, wie empfindlich diese Regionen sind und wie viel Touristen dort zerstören können, war es uns ein besonderes Anliegen, darauf zu achten, dass eine Reise zu den Eisbären auf Spitzbergen nicht die dortige Natur belastet.

Eisbergen auf Spitzbergen

Landgang auf Spitzbergen
Foto: Nina Helland

Zum Glück fanden wir wie gesagt die Hurtigruten Expeditionsseereisen, bei denen der Schutz der polaren Regionen an oberster Stelle steht. Natürlich ist der Grund dieser Reisen in polare Regionen, den Menschen die dortige Natur näher zu bringen. Zum Glück wird das aber alles wohl dosiert durchgeführt und nicht mit Massen an Touristen. Das Hurtigruten Expeditionsseereisenschiff MS Fram nimmt maximal 318 Passagiere auf und die werden bei Landausflügen auch nur abwechselnd in kleinen Gruppen und unter fachmännischer Begleitung an Land gebracht, um nicht die Natur zu sehr zu stören.

Kinder auf einer Expeditionsseereise?!

Einen absolut pragmatischen Aspekt führten mein Mann und ich gleich zu Beginn der Diskussion, ob wir eine solche Reise wagen sollten, ins Schlachtfeld: Dürfen Kinder überhaupt in polare Regionen reisen und wnen ja, in welchem Alter? Aber Dank der Hurtigruten ging auch dieser Punkt wieder an unsere beiden Mädels: Kindern ist es bei den Hurtigruten ohne Altersbeschränkung erlaubt an einer Expeditionsseereise in die Arktis teilzunehmen! Bei einer Reise in die Antarktis müssen sie mindestens 5 Jahre alt sein, aber das betraf uns ja nicht, weil die Eisbären nun einmal am Nord- und nicht am Südpol zuhause sind! Einziger Wehrmutstropfen: Je nach Witterungsbedingungen entscheidet der Kapitän vor Ort, ob Kinder unter 12 Jahren mit an Land dürfen. Aber wir hatten Glück, unser beiden konnten immer mit!

Eisbären auf Spitzbergen sind jeden Cent wert!

Ein nicht zu vernachlässigender Punkt war der Reisepreis für solche Expeditionsseereisen, vor allem als Familie. Aber auch in diesem Punkt überzeugten uns die Hurtigruten: Sie sind nicht so teuer wie manch andere Expeditionsseereisen-Anbieter! Und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt hier einfach! Trotzdem mussten wir schon ein paar Jahre auf dieses Reiseziel hinarbeiten. Aber das ist unserer Meinung nach auch richtig so, denn eine solche Reise ist und sollte auch ein ganz besonderes Erlebnis bleiben, das man nicht mal eben so aus der normalen Urlaubskasse bezaheln kann!

Mein Mann und ich hatten ja zu Beginn unserer Reiseplanungen die Hoffnung, dass sich durch die lange Wartezeit die Sehnsucht der Kinder nach den Eisbären auf Spitzbergen legen würde. Aber das war nicht der Fall! Letztendlich hatten sie es geschafft, uns noch mit zu infizieren! Fortan fieberten wir gemeinsam dem Ziel entgegen, auf unserem Sparkonto die nötige Summe zu erreichen!

„Lars, wir sind im Anmarsch!“

Das war der Ausspruch unserer jüngeren Tochter als wir ihr sagten, dass es nun endlich so weit sei. Auch unsere große Tochter war sichtlich begeistert – trotz der langen Wartezeit! Ihr kam es mittlerweile zwar nicht mehr nur auf die Eisbären an, sondern auch auf die anderen großen Tiere wie Walrosse und Robben. Sie war außerdem neugierig auf die verlassenen Walfangstationen – und auf das Grusel-Feeling, das sie dort erwartete! Wir Erwachsenen freuten uns auf die sagenhafte Landschaft, die von Eis, Wind und Meer geprägt ist.

Endlich war es so weit: Wir brachen auf zu unserer langersenhten Expeditionsseereise zu den Eisbären auf Spitzbergen! Und wie es uns dort ergangen ist, erzählen wir im zweiten Teil unseres Reiseberichts!

 

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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