Von Island nach Grönland – eine Reiseverlängerung

Siedlung in Südgrönland

Siedlung in Südgrönland
Foto: Island ProTravel GmbH

Grönland“ – ein Name wie ein Donnerhall. Ich denke automatisch an Erik den Roten und seine Wikinger, die sich dieses unwirtliche Land urbar gemacht hatten. Schon seit meiner Kindheit haben mich die Abenteuergeschichten der Seefahrer verfolgt. Und „Grönland“ spielte dabei immer eine Rolle. Doch wie kann man Grönland besuchen? Klar – es gibt genügend Seereiseanbieter, die die größte Insel der Welt besuchen – aber so will es diesmal nicht haben. Ob es Hotels gibt, in die man sich einfach einbuchen kann? Und was macht man dann? Eine Rundreise geht wohl schlecht…

Grönland ist die logische Fortführung unseres Islandbesuchs

Die „Erleuchtung“ kam mir, als wir Island besuchten. Grönland ist für mich eigentlich nichts weiter als die logische Fortführung Islands. Grönland und Island bestechen durch Kontraste. Eis-Kolosse, die vom kilometerdicken Inlandseis abbrechen, sind ebenso charakterisitsch für Grönland wie grüne Berglandschaften, lange Fjorde und eine vielfältige Tierwelt. Warum also nicht beides verbinden. So hoch im Norden! Sicher – es sollte ein kostspieliges Unterfangen werden.

Island bot uns viel, sehr viel. Es ist tatsächlich die vielzitierte „Insel aus Feuer und Eis“. Hier trifft Lava auf Eis und die Dunkelheit langer Winter auf die Mitternachtssonne im Sommer. Nahezu unberührte Natur beginnt gleich hinter modernen Urbanität. Dann flogen wir von Reykjavik (vom Stadtfluhafen, nicht von Keflvik aus) nach Narsarsuaq. Grönland liegt zwei Flugstunden von der Hauptstadt Islands entfernt. Wir stellten uns die Frage, ob „nur“ zwei Stunden oder „doch so weit“. Immerhin, so dachten wir, ist Reykjavik die letzte Bastion europäischer Zivilisation.

Südgrönland – eine Region außerhalb unserer Welt

In dieser Frage denken wir heute anders. Der Süden Grönlands besticht durch beeindruckende Fjorde und grüne Weiden, so dass hier die Landwirtschft zu den Hauptwirtschaftszweigen zählt. Zielflughafen war Narsarsuaq, ein kleiner grönländischer Ort mit gerade einmal 150 Einwohnern und einigen Höfen in der Umgebung. Der Flughafen dort geht auf die amerikanische Militärbasis zurück, die im zweiten Weltkrieg und in der 50er Jahren des 20. Jahrhunderts dort den Flughafen ausbauten. Wir standen etwas perplex zum ersten Mal auf grönländischem Boden mit dem Wissen, dass das Inlandseis nur 9 Kilometer entfernt ist, wir aber nur grüne Weiden und Flächen sehen. Neben dem Flugplatz verfügt der kleine Ort über ein Touristenhotel, dass den Vergleich mit den Hotels europäischen Standards nicht scheuen muss. Der Reiseleiter, der uns freundlich begrüßte, erzählte uns viel von den Wikingern, die hier lebten und wies auf der anderen Seite des Fjords auf mehr oder weniger gut erhaltene Ruinen dieser großen Zeit hin.

Am nächsten Morgen ging es per Boot durch den Eriks Fjord – natürlich nach Erik dem Roten benannt – nach Qaqortoq, der größten Siedlung Südgrönlands. Wir fragten uns, warum wir das Boot nehmen mussten. Für uns wäre es selbstverständlich gewesen, mit dem Auto zu fahren. Als unser Reiseleiter uns darauf hinwies, dass es hier keinerlei Straßenverbindungen zwischen den Orten gibt, wussten wir wieder, wo wir waren: in Grönland – ein Stückchen außerhalb der Welt, wie wir sie bisher kannten.

Qaqortoq ist heute die größte Stadt Südgrönlands. Bald 3.500 Menschen leben in diesem Städtchen, dass mit verschiedenen Schulen, Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten über bald alle Annehmlichkeiten verfügte, die wir uns vorstellen konnten. Auch das Hotel entsprach durchaus unseren Anforderungen an ein Hotel.

Der Aufenthalt hier, der Kontakt zu den Einheimischen und die Ausflüge zum Inlandseis und den heißen Quellen von Uunartoq haben einen tiefen Eindruck bei uns hinterlassen. Mir selbst hat der viertägige Grönlandaufenthalt geholfen, mich selbst mit meinen Problemchen in unserer konsumbewussten Welt nicht mehr ganz so ernst zu nehmen. Ich weiß nicht, ob ich noch einmal für länger wiederkomme. Aber eine gewisse Sehnsucht spüre ich seither in meinem Herzen.

Verschiedene Verlängerungsmöglichkeiten von Islandreisen nach Grönland bietet ZeitRäume an. Weitere Infos gibt es hier.

About the author

Klaus Becker

In Tromsø schon mal den Bus zum Schiff verpasst und richtig viel Spaß bei einer samischen Familie gehabt, in Schottland schon mal versucht, alle Malt Whiskys zu probieren. Im echten Leben aber Geschäftsführer und Blogger mit Leidenschaft.

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