Zu Besuch bei den Eisbären auf Spitzbergen – 2

Eisbären auf Spitzbergen

Eisbären auf Spitzbergen
Foto: Dominic Barrington

“ Wann geht´s denn endlich los?!“ Unsere 9-jährige Tochter konnte es kaum noch erwarten, endlich zu unserer lang ersehnten und ebenso lang geplanten Expeditionsseereise zu den Eisbären auf Spitzbergen aufzubrechen. Unsere 12-jährige Tochter hatte schon das Reisefieber gepackt, sie litt tatsächlich seit 2 Tagen an erhöhter Temperatur. Nicht nur für die Kinder war es, als ob Ostern, Weihnachten und alle Geburtstage auf einen Tag fallen, als wir endlich im Auto auf dem Weg zum Flughafen saßen.

Unsere abenteurliche Seereise „Im Land der Eisbären“ in die Arktis begann!

Vorbereitung auf die Eisbären auf Spitzbergen

Die im August stattfindende Expeditionsseereise mit dem Eisklassenschiff MS Fram der Hurtigruten Reederei buchten wir bereits ein Jahr im voraus. Zum einen gehört diese in die Arktis gehende Reise zu den beliebtesten Expeditionsseereisen nicht nur innerhalb des Hurtigruten-Angebots, sondern auch im Vergleich zu anderen Anbietern. Und zum anderen brauchten wir einfach eine so lange Vorbereitungsphase, weil solche Reisen schon einen recht großen finanziellen Aufwand bedeuten, den man sich erst einmal ansparen muss. Wir hatten allerdings das große Glück, dass ein lang gehüteter Fetsgeldbetrag genau zu dem Zeitpunkt frei werden sollte, als wir vier Wochen vor Reisebeginn die Restzahlung leisten mussten.

Nachdem das Finanzielle geregelt war, informierten wir uns, wie wir uns auf eine solche Reise  außerdem  noch vorbereiten konnten bzw. mussten. Als erstes überprüften wir die Gültigkeit unserer Reisepässe, denn die müssen am Ende der Reise noch mindestens 6 Monate gültig sein. Da unsere kleine Tochter noch unter 12 Jahre war, genügte bei ihr der Kinderreisepass. Unsere 12-jährige Tochter benötigte ihren ersten richtigen Reisepass. Gut, dass wir diese Angelegenheiten schon so früh in Angriff genommen hatten! Mein eigener Reisepass war noch zwei Jahre gültig, aber der von meinem Mann lief ein halbes Jahr vor der Reise ab, er musste also wie unsere Große einen neuen beantragen.

Impfungen sind zum Glück für polare Regionen nicht notwendig, ein großer Vorteil der niedrigen Temperaturen und der dünnen Besiedlung!

In Bezug auf die Kleidung stellten wir uns auf Temperaturen zwischen 5 und 10°C ein, wir packten daher unsere für einen deutschen Winter tauglichen Sachen ein und waren damit gut bedient. Gute gefütterte Gummistiefel für Erwachsene konnte man auf der MS Fram gegen eine geringe Gebühr ausleihen und musste mit diesem sperrigen Schuhwerk nicht sein ohnehin voluminöses Gepäck noch zusätzlich belasten. Für die Kinder nahmen wir allerdings eigene Stiefel mit, denn wir wollten nicht das Risiko eingehen, dass nun genau die gewünschte Größe nicht dabei war. Wie sich später herausstellte war dies jedoch unnötig, da es auch für Kinderfüße Gummistiefel in jeder Größe gab! Unsere 9-Jährige sagte in Bezug auf die Koffer-Packerei: „Die Eisbären auf Spitzbergen haben es gut, denen ist nie kalt, die haben ein ganz dickes Fell!“

Hinreise nach Spitzbergen

Unser Flug nach Longyearbyen, dem Hauptort von Spitzbergen, dauerte nur 4 Stunden, da Hurtigruten hierfür extra einen Charterflug ab Düsseldorf einsetzt – ein weiterer Pluspunkt dafür, die Reise zu den Eisbären auf Spitzbergen mit den Hurtigruten durchzuführen. Bereits während des Fluges lernten wir daher schon einige unserer Mitreisenden kennen, die am nächsten Tag ebenfalls die MS Fram bestiegen.

Die Ungeduld unserer kleinen Tochter war nun zum Glück der Neugier auf all das, was uns dort oben erwartete, gewichen. Die Große hatte ihr Reisefieber zwar gegen ein bißchen Reiseübelkeit eingetauscht, aber diese hielt sich Dank der Akupressurbänder, die sich schon bei so manch anderer Reise bewährt hatten, in Grenzen. Auch bei ihr siegte die freudige Erwartung auf das, was wir bisher nur auf Bildern, aus Reiseberichten und Filmen kannten.

Eisbären auf Spitzbergen

Longyearbyen auf Spitzbergen
Foto: Stein J Bjørge

Spitzbergen und Longyearbyen – kurzgefasste Information

Spitzbergen besteht aus sage und schreibe 400 kleinen und große Inseln am Rande der Packeiszone. Die größte Insel ist der Namensgeber des gesamten Archipels, das zu Norwegen gehört, wo es allerdings eine andere Bezeichnung trägt. Von den Norwegern wird Spitzbergen nämlich Svalbard genannt, was „kalte Küste“ bedeutet.

Lonyearbyen liegt am Icefjord, der vom Westen her tief ins Land hineinragt und Spitzbergen fast in der Mitte teilt. Der Ort besitzt immerhin 1.800 Einwohner. Der Internationale Flughafen wurde 1974 fertiggestellt, ab da war Spitzbergen ganzjährig erreichbar und der mittlerweile zur drittgrößten Einnahmequelle gewordene Tourismus hielt seinen Einzug. Die schon seit Jahrhunderten größte Einnahmequelle ist der Bergbau, von der mehr als 50% der Bevölkerung direkt oder indirekt leben.

Ankunft in Longyearbyen

In Longyearbyen angekommen, hatten wir trotz mentaler Vorbereitung erst einmal mit dem für uns heftigen Temperatursturz von über 20°C zu kämpfen. Schließlich waren wir im hochsommerlichen Deutschland gestartet und sahen uns nun mit 7°C konfrontiert! Aber der Körper hatte sich recht bald darauf eingestellt. Spätestens als wir im Hotel  auch noch unsere Wollpullis anzogen, hörte das anfängliche Bibbern schnell auf.

Bevor unsere Expeditionsseereise um Spitzbergen begann, hatten wir noch ein paar Stunden festen Boden unter den Füßen. Dank der Mitternachtssonne, die hier vom 20.April bis 23.August nie ganz untergeht, konnten wir trotz der späten Ankunftszeit noch eine ausgiebige Ortsbegehung nach dem Abendessen machen.

Am nächsten Morgen wurden wir zusammen mit den anderen Reisenden nach dem Frühstück mit unserem Gepäck von einem Bus abgeholt, der uns zum Schiffsanleger der MS Fram brachte. Auf dem Weg dahin bekamen wir noch eine kurze Stadtrundfahrt, wo wir zu Einigem, was wir uns gestern schon einmal zu Fuß angesehen hatten, interessante Hintergrundinformationen bekamen.

An Bord wurden wir bereits am Eingang sehr freundlich von der hauptsächlich philippinischen Crew auf Englisch begrüßt. Unsere 12-jährige Tochter war ganz stolz, dass ihre Englischkenntnise problemlos zu einem small talk ausreichten. Unsere beiden Mädels hatten anfangs etwas Bedenken gehabt, wie das mit der Verständigung klappen würde, aber die Durchsagen und Vorträge wurden alle auch auf Deutsch gehalten, genauso sind die Beschriftungen und Informationsblätter alle mehrsprachig und somit auch auf Deutsch.

Der nächste Schritt auf dem Weg zu den Eisbären auf Spitzbergen war geschafft: Wir stachen in See mit der MS Fram!

 

 

 

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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