Norwegen: Autoreise und Hurtigruten – genial kombiniert!

Hurtigruten und Norwegen

Henningsvær auf den Lofoten
Foto: Hurtigruten

Norwegen und Hurtigruten ist die perfekte Kombination aus einer Auto- mit einer Hurtigruten-Reise. Norwegen ist schließlich nicht nur zu Lande, sondern auch zu Wasser ein sehr beliebtes Reiseziel. Hurtigruten ist das beste Beispiel für eine erfolgreiche Seereisen-Idee, die sogar Weltruhm erlangt hat. Aber viele Reisende zieht es auch in die endlose Fjordwelt Norwegens oder auf die spektakulären Lofoten in Nordnorwegen.

Dieser Spagat ist machbar, wenn man sich etwas mehr als die üblichen 14 Tage Urlaub gönnt!

Norwegen und Hurtigruten – eine Idee wird geboren

Immer wieder bekamen wir bei ZeitRäume gerade von Hurtigruten-Kunden die Frage gestellt, ob man diese „schönste Seereise der Welt“ nicht auch mit mehreren Tagen an Land in Norwegen kombinieren kann. Es werden bei den Hurtigruten immerhin nicht nur Landausflüge entlang der gesamten Strecke von Bergen nach Kirkenes oder umgekehrt angeboten, sondern auch ein Vor- und Nachprogramm um Bergen oder Kirkenes. Aber dabei bleiben so sehenswerte Inseln wie die Lofoten leider unberücksichtigt. Außerdem ist das Hurtigruten-Landprogramm reltiv kurz gehalten. Diesen Hinweis nahmen wir dankend auf und setzten ihn in eine neue Reiseidee um. Dabei ist eine 22-tägige Reise durch Norwegen Richtung Norden mit dem Auto und zurück Richtung Süden mit einem Hurtigrutenschiff geworden: Unsere „Entdeckungsreise Norwegen“.

 1. Teilstrecke: Oslo – Lofoten per Auto

Bereits die Hinfahrt nach Oslo kann ganz vielseitig gestaltet werden: Entweder man reist mit dem eigenen PKW nach Norwegen, zum Beispiel per Fähre von Kiel nach Oslo mit der fantastischen Color-Line, oder man bedient sich der Anreisevariante „Rail & Fly“, fährt mit der Bahn vom Heimatbahnhof zum Wunschflughafen in Deutschland, fliegt nach Oslo und holt dort seinen Leihwagen ab. Wenn man bereits vormittags in Oslo eintrifft, hat man noch Zeit für eine Stadtbesichtigung. Die erste Übernachtung ist jedoch schon außerhalb auf dem Weg gen Norden in Lillehammer eingeplant.

Norwegen

Trondheim Nidaros Kathedrale
Foto: CH – Visitnorway.com

Trondheim. Dank der zeitlich großzügig angesetzten Reise, kann man in Ruhe die Königsstadt Norwegens erforschen. Ein unbedingtes Muss ist die Besichtigung der königlichen Residenz Stiftsgården und des Nidarosdoms. Bei schönem Wetter ist außerdem eine Bootsfahrt zur Insel Munkholmen empfehlenswert, denn dort gibt es einen wirklich schönen Badestrand, man hat aber auch einen tollen Ausblick auf Trondheim und den Fjord.

Mosjøen. Die auf den ersten Blick wenig attraktiv wirkende Industriestadt, entpuppt sich beim näheren Kennenlernen als historischer Schatz! Hier findet man nämlich im Zentrum die unter Denkmalschutz stehende Sjøgata, die Uferstraße. Die historischen Wohn- und Speicherhäuser sind wirklich sehenswert und stellen die längste zusammenhängende Holzhäuserkette aus dem 18./19. Jahrhundert in Nordnorwegen dar.

ØrnesFalls es die Zeit erlaubt, kann man ab diesem kleinen Küstenstädtchen verschiedene Bootsfahrten zu hübschen kleinen Inseln unternehmen.

Bodø. In der Hauptstadt von Nordnorwegen herrscht reges Treiben, allein schon, weil hier immerhin 45.000 Einwohner leben. Da die Stadt im 2. Welt krieg zur Hälfte zerstört wurde, findet man hier nur wenige historische Holzhäuser. Trotzdem bietet die Stadt so allerhand an Kultur, zum Beispiel die Domkirche mit ihren bunten Fenstermalereien, das Nordland- und das Luftfahrtmuseum, sowie das Salten Museum. Der 150 m hohe Berg Rønvikfjell, der etwas außerhalb der Stadt liegt, ermöglicht einen traumhaften Ausblick auf das Meer und die Stadt. Jeder „Mitternachts-Sonnenanbeter“ kennt diesen Berg!

2. Teilstrecke: Viele Wege führen auf die Lofoten

Von Bodø aus führen viele Wege zu den Lofoten. Entweder man fährt komplett über Land ohne eine Fähre zu benutzen. Diese Strecke führt den Reisenden auf der E6 über Narvik nordwärts bis Bjerkvik und von dort auf der E10 wieder südwärts bis Svolvær. Alternativ bietet sich direkt ab Bodø eine Fährüberfahrt zu den Lofoten an. Man landet dabei in Moskenes ganz im Süden der Inselgruppe und bekommt bei der Fahrt nach Svolvær im Norden gleich einen ersten Überblick über diese fantastische Inselwelt. Die dritte Möglichkeit ist die kürzeste Strecke, was einem mehr Zeit für die vielen herrlichen Ausblicke unterwegs ermöglicht. Dazu fährt man ab Bodø nordwärts bis Ulsvåg und weiter in südwestliche Richtung bis Skutvika, von wo eine deutlich kürzere Fährfahrt direkt bis Svolvær geht, die außerdem für weniger seetüchtige Reisende besser geeignet ist als die Überfahrt über das offene Meer ab Bodø.

Norwegen

Lofoten: Henningsvær mit Trockenfischgerüst
Foto: Visit Norway

An den darauffolgenden 3 Tagen hat man ausreichend Zeit, die Inselwelt der Lofoten genauer kennen zu lernen. Svolvær als Hauptort der Inselgruppe besitzt seit 1918 Stadtrechte. Da die Metropole von 700 m hohen Bergen umgeben ist, kann sie nur auf die vorgelagerten Inselchen und Schären weiter wachsen. Immerhin hat Svolvær es auf diese Weise zu 4300 Einwohnern geschafft. Sehenswert ist der Naturhafen und der sich anschließende Torget, ein großer Platz, mit vielen Geschäften und Cafes. Wer Attraktionen liebt, ist im “ Magic Ice“ bestens aufgehoben. Hierbei handelt es sich um eine Galerie und Bar ganz aus Eis.

Im Übrigen steht auf den Lofoten die einzigartige Landschaft im Vordergrund. Man sollten es auf keinen Fall versäumen, einige unvergessliche Wanderungen durch die Berg- und Fjordwelt zu machen, bei denen man bestimmt öfter mal stehen bleiben und über so viel Naturschönheit ehrfürchtig staunen wird.

Empfehlenswert ist außerdem das Lofot-Museum in Kabelvåg-Storvågan auf der Insel Austvagøya, auf der auch Svolvær liegt. Kabelvåg ist die älteste Siedlung auf den Lofoten und sein Hafen war bis vor 100 Jahren noch einer der wichtigsten für den norwegischen Fischfang, vor allem für den Stockfisch-Export. Mit der Zeit konnte der Hafen aufgrund einer Versandung nicht mehr genutzt werden und so wurde Svolvær mit dem mittlerweile besser erreichbaren Hafen die Hauptstadt der Lofoten.

Für die Künstler ist und bleibt aber Henningsvær der wichtigste Ort der Insel Austvagøya. Auf dem Weg zu diesem malerischen Fischerort liegt Rørvik, der mit einem unglaublich feinen, weißen Sandstrand in einer traunhaften Bucht seine Betrachter in den Bann zieht.

3. Teilstrecke: Die schönste Seereise der Welt

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Hurtigruten und die sieben Schwestern
Foto: Per Eide

Am 11. Tag der Reise heißt es dann Abschied nehmen von den Lofoten, zumindest was die Landseite betrifft. Man fährt an diesem Tag auf die benachbarte Inselgruppe der Vesterålen in den Ort Sortland. Von hier startet man die südgehende Teilstrecke auf den Hurtigruten bis Ålesund. Mittags erwartet die Reisenden das Postschiff und man kann sich nun ganz bequem zurücklehnen und die Fahrt entlang der Inselwelt, die man die Tage zuvor noch per pedes oder Auto erkundete, genießen. Highlights wie die enge Passage des Raftsundet und der Blick in den Trollfjord erwarten einen und man wird seinen Finger gar nicht mehr vom Auslöser der Kamera wegbekommen bei so viel Sehenswerter Kulisse! Svolvær zum Beispiel sieht von der Meerseite nochmal so schön aus. Letzter Haltepunkt des Hurtigrutenschiffes auf den Lofoten ist Stamsund, ab hier geht es wieder zurück über das offene Meer bis Bodø und weiter südwärts. Nach 2,5 Tagen Entspannung entlang der norwegischen Küste erreicht man nachts um 00.00 Uhr Ålesund. Besondere Reisen erfordern manchmal auch besondere Auscheckzeiten!

4. Teilstrecke: Traumhaftes Fjordland Südnorwegen

Es hat schon seinen Grund, warum man ausgerechnet in Ålesund von Bord des Hurtigrutenschiffes geht. Diese Jugendstilstadt gehört zu den Juwelen Norwegens und es ist gut, dass man hier zwei Übernachtungen hat, um die Stadt näher kennen zu lermen. Auf keinen Fall darf man den Ausblick vom Hausberg Aksla über die Stadt und das Meer verpassen. Auch das Atlanterhavsparken Aquarium, der Leuhctturm Slnes und die Vogelinsel Runde sind einen Ausflug wert!

Aber damit nicht genug der Sensationen: Als nächstes warten zwei weitere berühmte Highlight darauf, bestaunt zu werden: die Ortschaft Geiranger und der Geirangerfjord. Nicht weit entfernt befindet sich außerdem der  Trollstigen mit seinen ebenfalls sehr bekannten Haarnadelkurven. Es bleibt einem auch an diesem idyllischen Plätzchen Erde ausreichend Zeit, um die Gegend wandernd, zum Beispiel auf dem Ørnevegen (Adlerstraße), dem steilsten Abschnitt der Straße von Geiranger nach Eidsdal, oder auf einer Tour zum „begehbaren“ Wasserfall Storseterfossen. Abenteuerlustige können auch auf einem Wikingerboot im Geirangerfjord angeln gehen!

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Geirangerfjord
Foto: Reinhard Pantke

Auf der Weiterfahrt bzw. einem lohnenswerten Umweg liegen malerische Orte wie die Rosenstadt Molde, in der auch die Hurtigrutenschiffe halten.

Sogndal. Ein weiteres Paradies auf Erden erwartet den Reisenden in Sogndal. Viele Freizeitaktivitäten lassen sich von diesem touristisch sehr gut erschlossenen Zentrum aus wahrnehmen. Auf dem Weg nach Kaupanger steht das Sogn Folkemuseum, ein bereits 1909 eröffnetes Freilichtmuseum, das sehr anschaulich das Leben in Norwegen vor 400 Jahren in 35 historischen Gebäuden darstellt. In Kaupanger hat man Gelegenheit, ein norwegische Stabkirche zu besichtigen, die im Jahre 1180 im Stil einer Basilika errichtet wurde und mit ihren 12 Masten die größte im Sognefjord ist. Aufgrund verschiedener Umbaumaßnahmen ist sie allerdings stark verfremdet und heute kaum noch als Stabkirche erkennbar.

Fjærland. Dieser erst seit 1986 an das norwegische Verkehrsnetz angebundene reizende Ort ist ebenfalls einen Ausflug wert. Umgeben von einem der größten Gletschergebiete Norwegens bot es sich an, hier ein umfangreiches Gletschermuseum zu erbauen, das alle Fragen zu diesem Thema beantworten kann.

Bergen. Als krönender Abschluss dieser gehaltvollen Norwegenreise steht die zweitgrößte Stadt des Landes auf dem Programm. Bergen hat Vieles zu bieten, eine kleine Auswahl findet man in dem Blohbeitrag „Bergen- ein perfekter Tag in Norwegen„.

Fazit der Entdeckungsreise Norwegen

Wem die meisten Norwegen Reisen zu oberflächlich sind, wird bei dieser reich gespickten Reise mit vielen norwegischen Highlights voll und ganz auf seine Kosten kommen. Apropos Kosten: Zugegeben, die Entdeckungsreise Norwegen ist zwar nicht gerade eine der günstigsten von ZeitRäume, ist aber jeden Cent wert, wenn man sich mal das Programm genauer ansieht und bedenkt, dass diese Reise zu Lande und zu Wasser mehr als drei Wochen dauert – so lernt man Norwegen wirklich kennen!

 

 

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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