Belfast: Ein perfekter Tag in Nordirland

Belfast

Belfast City Hall
Foto: Tourism Ireland

Belfast sollte nicht nur mit dem Nordirlandkonflikt in Verbindung gebracht werden, denn diese Stadt hat deutlich mehr zu bieten. Sie liegt mit ihren über 250.000 Einwohnern sehr schön am Ende der Belfast Lough, einem Meeresarm der Nordsee, und der Mündung des Lagan River. Nahezu ein Drittel der gesamten nordirischen Bevölkerung leben hier, denn Belfast ist auch eine wichtige Industrie- und Hafenstadt. Weltweit bekannt geworden ist sie außerdem durch eines ihrer berühmtesten Kinder: Die Titanic wurde hier gebaut, was nach dem Jubiläumsjahr 2011 zum Beispiel mit der Eröffnung des gigantsichen Titanic Belfast Museums in 2012 ordentlich gefeiert wurde. Aber auch die Innenstadt hat viele schöne Plätze zu bieten, die einen Besuch lohnen.

Belfast kann man einerseits direkt per Flugzeug erreichen, wenn man seine Reise ausschließlich Nordirland widmen will. Oder man erreicht es auch sehr gut auf einer Mietwagerundreise durch ganz Irland, denn auf der grünen Insel sind die Entfernungen nicht allzu groß. Von Dublin nach Belfast ist man beispielsweise nicht länger als zwei Stunden unterwegs.

Der perfekte Vormittag in Belfast

Da Belfast noch zu den überschaubaren Großstädten zählt, muss man nicht unbedingt mitten im Zentrum in einem Hotel übernachten, um möglichst dicht am Geschehen zu sein. Empfehlenswert ist zum Beispiel die am Stadtrand gelegene Bed & Breakfast- Unterkunft Somerton House. Hier kann man sich abends auch mal selbst etwas kochen, wenn man dazu Lust hat.

Nach der Nacht und einem ordentlichen, irischen Frühstück mit Eiern, Speck und Würstchen in dem gemütlichen und familiären Haus macht man sich per Auto oder Bus auf den kurzen Weg in die Innenstadt. Beginnend am Mittelpunkt von Belfast, dem Donegall Square, findet man dort gleich das Wahrzeichen der Stadt, die Belfast City Hall. Dieses prächtige Rathaus mit seinem grünen Gürtel wurde vor gut 100 Jahren im Renaissance-Stil erbaut und kann auf einer knapp einstündigen, k0stenlosen Führung besichtigt werden.
In der nordwestlichen Ecke des Donegall Square befindet sich Belfasts älteste Bibliothek, die Linen Hall Library aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Interessant ist hier unter anderem die umfangreiche Literatur zu dem Nordirlandkonflikt seit 1966. Man achte auch auf das Wappen über dem Eingang zru Bibliothek: Eine rote Hand. Es steht für die Provinz Ulster, zu der Belfast gehört. Der Sage nach entstand es dadurch, dass der Anführer eines der beiden rivalisierenden Wikingerstämmen, die mit ihren Booten dort ankamen, festlegte, dass dem Stamm das Land gehöre, dessen Anführer als erster mit seine Hand den neuen Boden berührt, woraufhin er sich selbst die Hand abschlug und an Land warf.
An der Ostseite des Donegall Square stehen acht stilisierte Segelmasten. Eine jede von ihnen steht für ein Schiff der legendären White Star Line.

Geht man von dem Donegall Square nordwärts erreicht man bald die kleinen beschaulichen Gassen („Entry“) von Belfasts Altstadt, die die Ann Street mit der High Street verbinden. Die kleinen Geschäfte, Bars und Kneipen laden zu einem Mittagsimbiss ein.

Der perfekte Nachmittag in Belfast

Nach der Stärkung schlendert man zum Lagan River. Auf dem Weg dorthin liegt der Albert Memorial Clocktower, der auch als „Big Ben of Belfast“ bezeichnet wird, weil er doch eine nicht von der Hand zu weisende Ähnlichkeit mit dem echten Big Ben in Lodon besitzt. Erstes Ziel am Nachmittag ist das Lagan Look Visitor Centre & Museum.
Neben dem informativen Musem, das viel Interessantes über die Stadt- und Hafengeschichte von Belfast vermittelt, sollte man keinesfalls die Laganside Art Trails verpassen. Hierbei handelt es sich um Wege, die gesäumt mit außergewöhnlichen Skulpturen zu sehenswerten Gebäuden führen. Von dem Lagan Lookout hat man außerdem einen fantastischen Ausblick auf Samson und Goliath, zwei der größten Hafenkräne der Welt. Die Werft Harland & Wolff Shipyards, der die beiden gehören, gibt es bereits seit 1860 und ist unser nächstes Ziel an diesem Nachmittag. Da dies jedoch etwas außerhalb der Innenstadt liegt, sollte man zu dem Titanic Quarter besser mit dem Auto, Bus oder Taxi fahren.

Diese Werft konstruierte unter anderem die Titanic. Noch heute bietet Harland & Wolff Shipyards vielen Menschen Arbeit: Dieser gigantische Betrieb zählt 10.000 Mitarbeiter und besitzt das größte Trockendock weltweit. Mittlerweile stellen sie aber auch Offshore Windanlagen und Gezeitenkraftwerke her. Auf dem zum Ausflugsziel umgebauten Areal stehen mehrere große Bauwerke: Die Slipanlagen auf denen berühmte Schiffe zu Wasser gelassen wurden, das architektonisch wertvolle Hamilton Gravin Dock aus Sandstein, drei Krananlagen mit Dampfantrieb aus dem 19. Jahrhundert sowie das alte britische Kreuzfahrtschiff HMS Caroline.

Zur Erholung kann man am späten Nachmittag noch einen Spaziergang durch den wunderhübschen botanischen Garten machen, den man aber vom Titanic Quarter besser fahrend erreicht. Oder man ruht sich in seinem gemütlichen B&B noch etwas aus, um fit zu sein für das Abendprogramm.

Der perfekte Abend in Belfast

Wenn einem das bereits bekannte Altstadtviertel in Belfast vormittags gut gefallen hat, wird man mit Sicherheit auch von dem Nachtleben in den Entries begeistert sein. Zu Beginn sollte man sich unbedingt eine gute kulinarische Grundlage bilden. Empfehlenswert ist da das Essen im Morning Star in Pottinger´s Entry. Von dort aus geht man in die Joy´s Entry auf ein Getränk in das Pub The Globe oder in die Winecellar Entry zum ältesten Pub von Belfast, die White Tavern. Wer noch zu einem kleinen nächtlichen Fußmarsch durch die Stadt bereit ist, kann in der Great Victoria Street zum glorreichen Abschluss des perfekten Tages in Belfast noch einen Absacker in der Crown Bar einnehmen. Seit fast 130 Jahren kehren hier Gäste in die reich verzierten Räumlichkeiten ein und bewundern die künstlerischen Buntglasfenster und die traditionellen Pub-Glocken.

 

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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