Glasgow: Der perfekte Tag in Schottlands Großstadt

Glasgow

Stadtbummel in Glasgow
Foto: Juliet White/ Visit Britain

Glasgow ist Schottlands größte Stadt, auch wenn Edinburgh seine Hauptstadt ist. Man kann sogar noch weitergehen: Glasgow ist außerdem die zweitgrößte Stadt des Vereinigten Königreichs mit seinen knapp 600.000 Einwohnern. Trotzdem steht es oft im Schatten kleinerer Städte – und das völlig zu Unrecht! Denn auch Glasgow hat so Einiges zu bieten: Zum Beispiel viele mittlerweile renovierte historische Gebäude aus den verschiedenen Epochen der letzten Jahrhunderte. Die Prachtbauten aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert entstanden aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutsamkeit der Stadt in dieser Zeit. Zuerst war es die Tabakindustrie, durch die außerdem die Werftindustrie angekurbelt wurde. Später kam noch die Stahlwarenindustrie hinzu. Als allerdings  in den 1990er Jahren die letzte Stahlhütte schließen musste, war der wirtschaftliche Tiefpunkt Glasgows erreicht. Und damit einhergehend die höchste Arbeitslosenzahl, die es je in dieser Stadt gab. Aber genau in dieser Zeit verhalf die Ernennung zur Kulturhauptstadt des Jahres 1990 wieder zu neuer Hoffnung auf eine bessere Zukunft, in der aus der grauen Industriemetropole die sehenswerte schottische Stadt Glasgow wurde.

Ganz gleich, ob man Glasgow während einer Rundreise durch Schottland oder als eine Städtereise besucht, ist es sehr hilfreich bei einer so großen Stadt neben den bekannten Sehenswürdigkeiten, die man jedem Reiseführer entnehmen kann, auch ein paar Geheimtipps zu wissen. Und genau dies hat die Beschreibung des perfekten Tages in Glasgow zum Ziel.

Der perfekte Vormittag in Glasgow

Auch in Glasgow kann man zwischen traditionellen und modernen Hotels wählen. Mag man es eher etwas neumodischer, so ist mit Sicherheit das Hotel Novotel Glasgow Center eine schöne Unterkunft. Möchte man lieber in einem historischen Gebäude untergebracht sein, so sollte das Best Western City Hotel das Richtige sein. Beides liegt zentral und man kann sich nach dem Frühstück gleich in das Stadtleben stürzen.

Glasgow

Glasgow George Square
Foto: Scottish viewpoint

Aufgrund der Größe der Stadt beginnt man seinen ersten Tag in Glasgow am besten mit einer Stadtrundfahrt im Bus. Diese starten am George Square, den man sich vor oder nach der Rundfahrt unbedingt in Ruhe ansehen sollte, da er von sehenswerten Prachtbauten umgeben ist. Wer anschließend gern noch einen Fußmarsch durch die Stadt machen möchte, kann dazu den halben Kilometer bis zum National Piping Centre nutzen. Man kommt dabei an dem College und an der Universität vorbei. Das National Piping Centre ermöglicht seinem Besucher alles Wissenswerte über Schottlands National-Instrument, den Dudelsack, zu erfahren. Einige ausgestellte Stücke von Iain Dall MacKay gehören zu den ältesten der Welt. Auch eine Pipe von Robert Burns zieht seine Betrachter in den Bann.

Für die Mittagspause kann man gleich das zugehörige Restaurant „Pipers‘ Trust“ direkt im National Piping Centre nutzen.

Der perfekte Nachmittag in Glasgow

Nach der Stärkung macht man sich auf den Weg zum Kelvingrove Park jenseits der Metroschienen im Nordwesten. Nach einem Spaziergang in dieser großen Grünanlage, durch die sich sehr schön der kleine Fluss Kelvin schlängelt, bietet sich der Besuch des Kelvingrove-Museums an. Nicht nur die ausgestellten Kunstwerke und hochmodernen Galerien mit verschiedenen Themenschwerpunkten lohnen den Besuch, auch das Gebäude selbst ist eine wahre Augenweide. Es gehört zu den gut erhaltenen bzw. hervorragend restaurierten Jugendstilgebäuden von Glasgow. Wer sich anschließend noch mehr Gebäude aus dieser Epoche ansehen möchte, sollte sich in der Touristeninformation unbedingt für einen weiteren perfekten Tag in Glasgow das so genannte Mackintosh Attraction Trail Ticket besorgen. Es ist nach einem der berühmtesten Jugendstil-Architekten benannt und führt den Besucher zu allen acht noch erhaltenen Gebäuden, die er entwarf.

Wer gern einmal einen „very British Afternoon Tea“ genießen möchte, dem sei ein echter Insidertip verraten: Das erst seit einem Jahr bestehende Cafe CUP im West End von Glasgow. Das ganz im traditionellen Stil gehaltene Teehaus bietet für jeden Gaumen das Richtige. Egal, ob man zum Tee lieber Herzhaftes oder Süßes mag, der Gast wird hier nicht enttäuscht: Mini-Sandwiches mit Ei und Kresse, noch warme, dampfende Scones oder reich verzierte Törtchen. Da bleibt einem nur noch „Guten Appetit “ zu wünschen.

Glasgow

Die schottische Konferenzhalle am Fluss Clyde in Glasgow
Foto: ©VisitBritain / Britain on View

Möchte man sich an diesem Abend gern noch in das Nachtleben von Glasgow stürzen, sollte man sich jetzt im Hotel etwas ausruhen. Wenn man sich jedoch noch fit fühlt und abends lieber im Hotel bleiben möchte, empfehlen wir einen Stadtspaziergang der besonderen Art: Es gibt einen weiteren sehr schönen Trail durch die Stadt, und zwar den Medieval City Map Trail (den zugehörigen Flyer bekommt man auch an der Touristeninformation). Dieser beschäftigt sich mit dem Mittelalter, benötigt jedoch zur Bewältigung keinen kompletten Tag. In ungefähr 1,5 Stunden folgt man dabei den Spuren der Zeit zwischen 1150 und 1550. Da die Tour am Westport in der Nähe des Central Station an der Argyl Street beginnt und sich dem Osten der Stadt widmet, fährt man nach dem Besuch des CUP am einfachsten mit der U-Bahn dorthin. Ziel dieses Fußmarsches ist die Glasgow Cathedral.

Der perfekte Abend in Glasgow

Für einen echt schottischen Abend empfehlen wir zu Beginn ein Essen im Cafè Gandolfi. Durch sein gutes Preis-Leistungsverhältnis hat es sich bereits in den 1980er Jahren einen Namen gemacht. Außerdem lernt man hier die schottische Küche gut kennen: Verschiedene traditionelle Fleisch- und Fischgerichte, sowie Suppen, Salate und der berühmte Black Pudding stehen auf der Speisekarte.
Zum krönenden Abschluss des Tages genießt man vielleicht noch einen echten Scottish Whisky in einem der vielen Pubs der Stadt, zum Beispiel im „Auctioneers“ in einem ehemaligen Auktionshaus, das sich ganz in der Nähe des George Squares befindet, wo man den perfekten Tag in Glasgow begonnen hat.

 

 

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

ZeitRäume - ZR-Reisen Individual UG (haftungsbeschränkt) Impressum - Datenschutz