Die Orkney-Inseln: Skandinavier in Schottland

Orkney-Inseln

Orkney-Inseln: Old Man of Hoy
Foto: Reinhard Pantke

Die Orkney-Inseln bilden mit ihren schroffen, teilweise grün bewachsenen Felswänden, die steil ins Meer hinabfallen, den grünen Grashügeln und grau-braunen Bergen eine malerische Silhouette vor dem azurblauen, glasklaren Wasser des Atlantiks an der schottischen Nordküste. Es lohnt sich, dieses Archipel einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Es handelt sich dabei keineswegs um kahle Felseninseln im Meer, die allenfalls für die Vogelwelt von Interesse ist. Mitnichten! Hier gibt es unglaublich viel zu entdecken. Kultur und Natur sind so reichhaltig, dass ein Tagesausflug vom Festland aus allein nicht ausreicht. Man sollte mindestens zwei Übernachtungen einplanen. Zum Kennenlernen eignet sich zum Beispiel die ZeitRäume- Schottland-Mietwagenrundreise „Shetland und die Orkney-Inseln“.

Die Orkney-Inseln und ihre Vergangenheit

Die Orkney-Inseln liegen nur einige Kilometer nördlich des nordöstlichsten Zipfels von Schottland. Trotzdem sind die 67 kleinen Eilands, von denen 16 bewohnt sind, nicht allein durch die Schotten geprägt. Da sie mehrere Jahrhunderte unter skandinavischem, genauer gesagt unter norwegischem Einfluss standen, sind die meisten der knapp 10.000 Bewohner der Orkney-Inseln nicht in der Lage Gälisch zu sprechen. Die Amtssprache ist Englisch, aber wie jede Region haben auch die Orkney-Inseln ihren eigenen Dialekt, der eine einmalige Mischung aus Norwegisch und Englisch darstellt. Im 9. Jahrhundert eroberten die Norweger das Insel-Archipel und prägten es bis ins Jahr 1469 skandinavisch. Ab diesem Zeitpunkt gehörten die Orkney-Inseln, die als Mitgift bei der Hochzeit der dänischen Prinzessin Margarethe mit dem schottischen König Jakob III. dienten, zu Schottland. Einen Vorteil stellte dieser Herrscherwechsel indes nicht dar, die Orkney-Inseln wurden zu einer vergessenen Region Schottlands.

Aber es gab auch Zeiten, da erfreuten sich die Orkney-Inseln einer kulturellen Blütezeit. Die Menschen aus prähistorischer Zeit hinterließen bis heute viele Denkmäler, die erahnen lassen, wie gut diese Region einmal besiedelt war und wie wichtig sie gewesen sein muss für die Menschen des Neolithikums – der Jungsteinzeit – vor rund 12.000 Jahren.

Eines der wichtigsten, kulturellen Events war die Ernennung der neolithischen Zeitzeugen unter dem Namen „The Heart of Neolithic Orkney“ zum UNESCO-Weltkulturerbe im Jahre 1999.  Zu diesem Herz zählen Denkmäler wie die Stones of Stenness, der Ring of Brodgar und das Maes Howe Cairn.

Steckbrief der Orkney-Inseln

Zwischen den Orkney-Inseln und dem schottischen Festland befindet sich der Meeresarm Pentland Firth. Das Archipel verteilt sich auf 50 km in Ost-West-Richtung und 85 km in Nord-Süd-Richtung. Es liegt auf der Höhe von Südgrönland, was das etwas rauhere Klima als im übrigen Schottland erklärt. Allerdings bewirkt auch hier der Einfluss des Golfstroms eine Abmilderung der kalten Luftströme aus Nordost. Daher kann auf dem fruchtbaren Boden der Orkney-Inseln recht gut Landwirtschaft betrieben werden.

Die größte der knapp 70 Orkney-Inseln ist Mainland. Die beiden Haupt-Ortschaften Mainlands sind der Verwaltungssitz Kirkwall mit 7000 und das Fährhafenstädtchen Stromness mit 2000 Einwohnern. Weitere größere Inseln sind South Ronaldsay, Hoy, Rousay und Egilsay. Die Endung „-ay“ steht für das altnordische Wort für Insel. Der deutsche Begriff Eiland hat sich ebenfalls daraus entwickelt.

Man erreicht die Orkney-Inseln entweder per Flugzeug mehrmals täglich auf einem Inlandsflug von Edinburgh, Glasgow, Aberdeen und Inverness zum Flughafen Kirkwall oder per (Auto-) Fähre von Scrabster,  Lerwick ( auf den Shetland-Inseln) und Aberdeen.

Sehenswertes auf den Orkney-Inseln

Old Man of Hoy

Diese Felsnadel im Meer vor der Küste der Insel Hoy ist vom Wasser aus am schönsten zu sehen. Aber auch an der hohen, steilen Felsküste gibt es hier und da recht gute Aussichtsmöglichkeiten auf den einzeln stehenden, allein von der Natur geschaffenen Obelisk.

Scapa Flow

Bei der Scapa Flow handelt es sich um eine seeähnliche Bucht im Süden der Inselgruppe, die von fünf der größten Orkney-Inseln umgeben ist: Mainland, Burray, South Ronaldsay, Flotta und Hoy. Die Taucher unter den Besuchern kommen hier voll auf ihre Kosten: Die Schiffswracks, die man hier in der Unterwasserwelt der Scapa Flow entdecken kann, sind einmalig.

The Heart of Neolithic Orkney

Wie bereits beschrieben ist dieses Weltkulturerbe eine Ansammlung von jungsteinzeitlichen Bauten-Resten, zu denen der Ring of Brodgar, Maes Howe Cairn und die Stones of Stenness gehören. Sie sind unglaublich gut erhaltene neolitische Monumente, die älter als die Pyramiden in Ägypten sind.

Kirkwall

In der größten Ortschaft der Orkney-Inseln lohnt der Besuch der Whisky-Brennerei Highland Park, der Scapa-Brennerei, des Orkney Wireless Museum und des Orkney Museumx, sowie der St.-Magnus Kathedrale und der Burgruinen Earl´s Palace und Bishop´s Palace.

Stromness

Auch der zweitgrößte Ort hat Kulturell etwa szu bieten. Besucher sollten dem Stromness Museum und dem Pier Arts Centre einen Besuch abstatten.

Fazit

Die kleineren Inseln dieses Archipels bestechen mit ihrer Abgeschiedenheit, den weißen Sandstränden und dem türkisfarbenen Meer, wohingegen auf der Hauptinsel Mainland kulturelle Attraktionen auf die Besucher warten, wie zum Beispiel ein Kunst- und Handwerkspfad. Die Orkney-Inseln sind außerdem berühmt für ihre jahrtausende alten Kulturdenkmäler und eine einmalige Tier- und Pflanzenwelt, die jeden Besuch unvergesslich und besonders machen.

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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