Die Magie des Lichtes – Die Lofoten erleben – Teil 2

Magie des Lichtes

Flakstad auf den Lofoten
Foto: Reinhard Pantke

Die Magie des Lichtes auf den Lofoten zieht jeden Besucher in seinen Bann. Davon können sich nicht nur die Kunden auf unseren entsprechenden Norwegen Rundreisen überzeugen, sondern auch der Globetrotter Reinhard Pantke  entdeckte auf seiner Durchquerung der Lofoten per Fahrrad von Nord nach Süd diese phänomenale Magie des Lichtes. In dem ersten Reisebericht über seine Lofotentour beschreibt er die Ankunft auf dem Inselarchipel in Norwegen, genauer gesagt in Svolvær, und die Weiterfahrt nach Henningsvær und Stamsund. Nun geht es um den nächsten Reiseabschnitt, der ihn nach Flakstad, Nusfjord und Ramberg bis zum Südzipfel der Lofoten geführt hat.

Die Magie des Lichtes in Flakstad und Nusfjord

Wir radeln über eine ruhige Nebenstraße zurück zur E 10, die uns bald zu einer kleinen Mutprobe führt: Vor uns „taucht“ der ca. 1,5 km lange Nappstraumtunnel unter dem Fjord ab, der uns hinüber zur Insel Flakstad bringen wird. Auch wenn der Tunnel gut beleuchtet und belüftet ist und einen Seitenstreifen für Fahrradfahrer und Fußgänger hat, werden zarte und „geräuschempfindliche“ Naturen es vorziehen per Linienbus dort hindurch zu fahren. Die Tunnelpassage ist zudem auch einer der längsten Anstiege, da es zunächst auf – 80 Meter unter Meereshöhe geht und von dort strampeln wir wieder auf Meereshöhe hinauf. Vor vielen Jahren noch bekam man im Tunnel neben den Autos auch das Wasserrauschen zu hören. Jede Stunde wurden vom tiefsten Punkte einige Tausend Liter Wasser „abgepumpt“. Doch die folgende wilde Mischung aus hohen Bergen, glasklarem Wasser in verwunschenen Buchten, kleinen Sandstränden und Dörfern,die am Fuße der Berge wie Landschaften eines dänischen Spielzeugherstellers wirken, entschädigen schnell für die Strapazen. Ein kurzer Abstecher führt uns vorbei an glatt geschliffenen Bergen nach Nusfjord.

Magie des Lichtes

Zwischen Reine und Hamnoy auf den Lofoten
Foto: Reinhard Pantke

Nusfjord

Nusfjord ist einer der wenigen Plätze in Norwegen, die auf der Liste des Unesco Weltkulturerbes stehen. Der kleine Ort war einst zeitweiliger Wohnsitz tausender Fischer und ist fast unverändert aus dieser Zeit erhalten geblieben. Heute leben dort nur noch wenige; dafür wird der Ort an manchen Hochsommertagen förmlich überrannt von Dutzenden Busgruppen. Ein findiger – und wohl auch sehr wohlhabender …. Geschäftsmann hat daraufhin das Zentrum des kleinen Fischereiortes gekauft und in ein lebendiges Museum verwandelt. Jeder, der dort hinein will, muss zumindest im Sommer Eintritt bezahlen!

Ramberg und die Magie des Lichtes

Ramberg ist ein an der offenen Westseite gelegener Ort mit nur 200 Einwohnern, der an einem spektakulären 2 km langen Traumstrand liegt, der im Sommer freie Sicht auf die Mitternachtssonne bietet und oft Austragungsort für die norwegischen Surfmeisterschaften ist. Der Ort ist eines der wenigen Dörfer, die noch an der Westseite der Lofoten bewohnt sind. Der Ort wurde vor Jahren landesweit bekannt, als man aus Sorge um die Fischereigründe bei einer Abstimmung mit 99% der abgegebenen Stimmen gegen einen Beitritt Norwegens in die EU stimmte!

Der Südzipfel

Südlich von Ramberg windet sich die Straße an Buchten mit wieder einmal glasklarem Wasser und einsamen Sandstränden vorbei. Daneben ragen von den Eiszeiten vergessene, dunkle, bizarre, Berggipfel fast senkrecht und teils über 1.000 Meter aus dem Meer! Auf einem schmalen Sims, den man in den Fels gesprengt hat, radeln wir ca. 30 km nach Reine, das von ebenfalls über 1.000 m hohen Bergen umgeben ist. Glatt geschliffene Berge, wohl für jeden Bergsteiger eine echte Herausforderung, bieten ein einzigartiges Panorama. Wer genug Puste und einen sonnigen Tag erwischt hat, kann eine sehr steile Bergwiese auf den nahegelegenen, ca. 450 m hohen Reinebriggen hinauf wandern und von dort die Vogelperspektive auf den Fjord und Ort Reine genießen.

Magie des Lichtes

Zwischen Reine und Hamnoy
Foto: Reinhard Pantke

Rote Holzhäuser klammern sich an dem nacktem Gestein fest und stehen auf hölzernen Gestellen doch halb im Meer – eine perfekte Symbiose vom Leben an Land und im Meer!

Die Vögel besitzen hier eine relativ geringe Scheu vor den Menschen. Einige haben ihre Nester in eine Felsnische neben der Straße gebaut, wo sie allzu oft Opfer der Katzen werden, andere nisten in dem Dörfchen Å in den Fensterbänken der Rorbuer oder der teilweise leerstehenden Fischfabriken.

Das Dorf Å markiert nicht nur den letzten, auf einer Straße erreichbaren und südlichsten Ort der Lofoten, sondern auch den letzten Buchstaben im norwegischen Alphabet! Der Ort wird noch heute geprägt von den rustikalen roten Rorbuer-Häusern, die an Touristen vermietet werden. Ein Muss ist der Besuch des einzigen norwegischen Trockenfisch-Museums! Das kleine Museum stellt in lebendiger Form die Lebensgrundlage der Einwohner dar und wird von einem ehemaligenTrockenfisch-Händler gemanagt, der die Besucher in mindestens 6 verschiedenen Sprachen begrüßt!

An guten Tagen sieht man von diesem letzten bewohnten Ort aus bis nach Væroy hinüber. Für uns heißt es jedoch die einzigartige Mischung aus Bergen und Meer zu verlassen, mit der Fähre zum Festland überzusetzen und die Küstenstraße Nr. 17 südwärts zu fahren. Das ist die Magie des Lichtes und des Nordens, man will einfach immer weiterziehen und am besten nie aus dem Traum erwachen …God tur!

About the author

Reinhard Pantke

Der Globetrotter Reinhard Pantke (Jahrgang 67) erlebt seine Reiseziele grundsätzlich nur mit Fahrrad und Rucksack. Neben Fahrradtouren durch Norwegen (17x), Schweden, Island (3x), Schottland, England, Neuseeland (3x) und einigen Südseeinseln und den Kanaren war er auch in Kanada und Alaska unterwegs. Im Verlauf dieser Touren legte er in den letzten Jahren insgesamt 160.000 km per Fahrrad zurück.
Neben Artikeln in regionalen und überregionalen Zeitungen und Magazinen, Kalendern, Buchbeiträgen und Austellungen ist Reinhard Pantke auch Autor verschiedener Bildbände über Norwegen und Kanada. Im Jahr 2009 hatte der Abenteuerer bereits Kanada von Westen nach Osten durchquert. Seine große Leidenschaft ist Skandinavien, aktuell tourt er 3 Monate durch Schweden und Norwegen.

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