Goldrausch in Avoca im irischen County Wicklow

Goldrausch in Avoca

Goldrausch in Avoca
Foto: ireland.com

Goldrausch in Avoca – nicht vergleichbar mit den großen Goldgräberstädten in Amerika, Australien und Afrika, aber es hat ihn immerhin kurzzeitig gegeben! In dem kleinen irischen Städtchen Avoca im County Wicklow brach im 18. Jahrhundert tatsächlich ein wahres Goldsucher-Fieber aus. Wachgerüttelt durch die Entdeckung von Kupfervorkommen in der Region, begaben sich eifrige Edelmetallspürnasen an dem Flüsschen Avoca mit ihren Schüsseln auf die Suche nach Gold. Und tatsächlich: Sie wurden für ihre Mühe belohnt! Allerdings reichte es keinesfalls dazu, sich und die Familie davon zu ernähren, geschweige denn Rücklagen zu bilden oder gar reich zu werden. Aber es war und ist auch heute noch ein tolles Gefühl, wenn man das ein oder andere Goldkörnchen aus dem Fluss fischt. Aber die Provinz Leinster und das County Wicklow haben noch Vieles mehr zu bieten.

Webekunst und Goldrausch in Avoca

Das 18. Jahrhundert brachte Leben in die idyllische und beschauliche Kleinstadt an dem gleichnamigen Fluss Avoca. Nicht allein das Goldfieber machte die Runde, auch die Wollmühle am Avoca wurde populär durch ihre einzigartigen naturfarbenen Decken und Tweeds. Bis hin zu König George VI und später auch Queen Elisabeth II. fanden sie Anklang. Einige Lieferungen gingen sogar bis nach Paris zu der Modedesignerin Elsa Schiaparelli. Bei der Wollmühle handelte es sich um eine der wenigen vorindustriellen Betriebe, die sich 200 Jahre unter familiärer Leitung halten konnte. Die ehemaligen Produktionsräume dienen heute als Museum und lohnen auf jeden Fall eine Besuch. Das Label Avoca Anthology gibt es noch immer. Es ist eine sehr verspielte Modelinie mit vielen Blümchen und fröhlichen Farben – passend zu dem märchenhaften County Wicklow, in dem sie entworfen wurde.

Wer gerne selbst einmal dem Goldrausch in Avoca verfallen möchte, sollte sich an den Veranstalter Avoca Tours wenden. Mit originalgetreuen Goldwäscher-Schüsseln bewaffnet und in Gummistiefeln gekleidet, geht es in den Fluss und mit etwas Glück hat man relativ bald ein paar Goldklümpchen ergattert. Währenddessen bekommt man viele Anekdoten aus der Zeit des Goldrausch in Avoca erzählt.

Wo Avoca, Avonmore und Avonbeg sich küssen …

Das County Wicklow ist bekannt für seine malerische Landschaft. Sanfte Hügel, grüne Wiesen und idyllische Täler mit kleinen Flüssen, die dort mäandern, versetzen den Besucher in eine Traumwelt. Würden einem hier Elfen und Feen erscheinen, wäre man wahrscheinlich noch nicht einmal verdutzt. Nicht weit von der Ortschaft Avoca entfernt fließen die drei Flüsse Avoca, Avonmore und Avonbeg zusammen. Diese Vereinigung inspirierte den Songwriter Thomas Moore zu dem berühmten Lied „The Meeting of the Waters“. Auch der irische Adel weiß um diese herrliche Gegend schon seit Jahrhunderten. So entstanden im County Wicklow viele Landsitze, die diese Gegend reicher als andere Regionen des Landes machten.

Grafschaft und Stadt Wicklow

Die Grafschaft Wicklow an der Ostküste Irlands erstreckt sich vom St. Georges Channel bis zu den Ausläufern der Wicklow Mountains. Die gleichnamige Hauptstadt hat um die 10.000 Einwohner und liegt in einer Bucht, die bereits zu Wikingerzeiten als Hafen genutzt wurde. Im 12. Jahrhundert entstand das Black Castle, das zur Verteidigung der Stadt mit seinen engen Gassen diente. Diese Normannenburg war aufgrund seiner strategisch günstigen Lage viel umkämpft. Heutzutage sollte man auf keinen Fall die Besichtigung des ehemaligen Gefängnissses versäumen. Das so genannte Wicklow´s Historic Goal erläutert zum Teil in Nachtführungen sehr authentisch das Leben von Gefangenen früher und heute.

County Wicklow ist ein wahres Urlaubsparadies, weil es so viel Abwechslung bietet. Einerseits kann man die frische Meeresbriese am Aussichtspunkt Wicklow Head mit seinen charakteristischen drei Leuchttürmen nahe der namensgleichen Stadt genießen. Andererseits kann man im Landesinneren die reizvolle Berglandschaft der Wicklow Mountains und idyllischen Seen erwandern und sich dabei prächtig erholen. Neben der naturbelassenen Landschaft findet der Besucher hier auch mehrere wunderschön angelegte Parks und Gärten mit vielen verschiedenen, teilweise exotischen Pflanzen.

Mount Usher Gardens

Der von Edmond Walpole im Jahre 1868 angelegte Garten betrug damals nicht mehr als einen halben Hektar. Mittlerweile ist der mit vielen außergewöhnlichen Büschen, Bäumen und anderen Pflanzen gesegnete Park auf eine Fläche von 8 Hektar angewachsen und bietet viel Raum für ausgedehnte Wanderungen. Aber auch auf einem kleinen Spaziergang bekommt man bereits einen bleibenden Eindruck von der Vielfalt dieser romantischen Gartenanlage, die sich noch immer in Privatbesitz befindet. Mount Usher Gardens ist am schönsten in der Blütezeit im Mai und Juni, wo die Azaleen und Rhododendren ihre ganze Pracht entfalten.

Wie man sieht gibt es viele Gründe auf einer Irlandreise mit ZeitRäume, die Grafschaft Wicklow zu besuchen. Sie hat noch Einiges mehr zu bieten als nur den Goldrausch in Avoca.

 

 

 

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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