Astrid Lindgrens Welt: Pippi und Michel live erleben

Astrid Lindgrens Welt

Vorführung Michel in Astrid Lindgrens Welt
Foto: Tanja Riehm-Wagner

Astrid Lindgrens Welt ist ein Freizeitpark in Vimmerby in Südschweden, der ganz im Sinne der beliebten schwedischen Kinderbuchautorin gestaltet ist. Mal abgesehen von den Schweden selbst, sind die Deutschen die am meisten dort vertretenen Ausländer. Das liegt daran, dass in keinem anderen Land auf der Welt Pippi Langstrumpf und Co. so bekannt sind und ihre Bücher, Hörspiele und Filme so oft verkauft wurden wie in Deutschland – außer natürlich in Schweden. Es waren vor allem die in den 1970er und 80er Jahren gedrehten Filme von Michel, Pippi Langstrumpf, Madita, Ronja Räubertochter und nicht zuletzt Karlsson vom Dach, die vielen Kindern, die jetzt selbst Eltern sind, noch bis heute in lebhafter Erinnerung geblieben sind und deren Inhalt sie nur zu gerne an ihre Kinder weitergeben. Zu diesen Kindern der 70er und 80er Jahre in Deutschland gehöre auch ich. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass ich mich fast noch mehr auf den Besuch von Astrid Lindgrens Welt gefreut habe als meine 8 und 11 Jahre alten Töchter.

Astrid Lindgrens Welt – die Entstehungsgeschichte

Bereits am Ende der 1970er Jahre kamen drei Männer aus Vimmerby auf den Gedanken, sie könnten doch einige Gebäude und Schauplätze aus den Filmen, die auf den Geschichten von Astrid Lindgren basieren, für ihre Kinder nachbauen. Gedacht, gesagt und getan – so war der Grundstein für den heutigen Freizeitpark gelegt. Zunächst hatte diese Idee aber noch keinen kommerziellen Hintergrund. Pippis Villa Kunterbunt und Michels Katthult-Hof standen auf dem Privatbesitz der Erbauer und dienten nur den eigenen Kindern zum Spielen. Erst im Laufe der Jahre entstand daraus ein öffentlicher Spielplatz und später in erweiterter Form ein Freizeitpark. Zunächst kaufte eine Baufirma das Gelände und begann mit der Gestaltung des Freizeitparks. Diese plante den Park jedoch nicht im Sinne Astrid Lindgrens und so war sie selbst beinahe froh, als diese Konkurs anmeldete. Zu ihrer Freude erklärte sich dann die Kommune Vimmerby bereit, den Freizeitpark zu übernehmen, was bis heute so geblieben ist. Wobei Astrid Lindgren selbst nie an dem Unternehmen beteiligt war. Und die Stadt Vimmerby hat zur Zeit nur noch einen geringen Aktienanteil, 84% gehören nun schon seit längeren der Saltkråkan AB. Aber das geistige Erbe Astrid Lindgrens wird weiterhin bewahrt durch den Programmrat, der aus Nachfahren, Freunden und Lindgren-Spezialisten besteht.

Astrid Lindgrens Welt

Villa Kunterbunt
Foto: Tanja Riehm-Wagner

Die Bühnen

Neben den vielen Spielmöglichkeiten gibt es verschiedene Bühnen, die über den gesamten Park verteilt sind, auf denen man immer wieder kurze Theaterstücke von 15-20 Minuten mitverfolgen kann. Die Zuschauer können von ihren Plätzen – bei allen Bühnen terassenförmig angelegte Hänge, wo man auf Steinen, Holzbohlen und schnell trocknendem Kunstrassen sitzen kann – sehr gut auf die großen und schön gestalteten Bühnen schauen. In den Spielpausen, die ungefähr so lange sind wie die Stücke selbst, können die Besucher aber auch die Bühnen begehen, denn dort stehen keine wackligen Kulissen aus Pappe, sondern massive Gebäude, Burgen und Schiffe.

Als erstes trafen wir auf die kleine Bühne, die als einzige überdacht ist, die Zuschauerbänke sind jedoch auch hier ohne Dach. Auf der kleinen Bühne werden ganz gemischt aus unterschiedlichen Werken von Astrid Lindgren kürzere Episoden gezeigt, wie zum Beispiel Nils Karlsson Däumling, Pusselieses Programm zum Mitsingen oder Alva geht zum Ball.

Dann folgt Pippi Langstrumpfs Revier. Hier steht neben der Villa-Kunterbunt an dem direkt nebenan gelegenen, künstlichen See die Hoppetosse, das Schiff von Kapitän Langstrumpf. Wenn nicht gerade Pippi Langstrumpf mit Tommy und Annika durch den Garten tollt, an einem Kaffeekränzchen teilnimmt oder ihren Vater für eine seiner Weltreisen mit seinem Schiff verabschiedet, können die Besucher in die eingerichtete Villa Kunterbunt gehen, auf dem großen Holzpferd Kleiner Onkel sitzen oder das Schiff besteigen.

Astrid Lindgrens Welt

Theateraufführung Ronja Räubertochter
Foto: Tanja Riehm-Wagner

Ein besonderes Highlight ist die mächtige Mattisburg, die wirklich begehbar ist, vom Turm bis in den Keller und wo man überall tolle Requisiten aus Holz und Metall findet.

Aber auch der Katthult-Hof, wo Michel seine Streiche ausheckt, und Birkenlund, wo Madita und Lisabeth von Abbe veralbert werden, zogen uns in seinen Bann. Wobei unsere beiden Töchter in Birkenlund anstelle der Vorführung zu folgen lieber selbst in der Schule zu Schauspielern wurden mit zwei anderen deutschen Mädchen!

Viele Darsteller trafen wir auch auf den Wegen im Park, wie zum Beispiel Rasmus und seinen Freund Oskar, den Landstreicher. Oskar begann mit den Besuchern einen Plausch und Rasmus trieb Faxen und spielte mit dem Kleinkind Fangen.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass man es innerhalb eines Tages kaum schafft, alle Ecken, die mit viel Liebe zum Detail errichtet wurden, zu entdecken. Wir waren gegen Spätnachmittag nicht mehr aufnahmefähig für die vielen Sachen, die es zu entdecken gab. Ich selbst wollte mir zum Beispiel noch eine Episode von Pippi Langstrumpf ansehen, die wir beim ersten Rundgang verpasst hatten, aber dafür habe ich es dann nicht mehr geschafft, das große Gebäude, das den Geschichten auf Saltkrokan gewidmet ist, anzusehen. Das hat dafür der Rest meiner Familie gemacht. Da empfiehlt es sich tatsächlich, gleich zu Beginn ein umgerechnet auf den Tag deutlich günstigeres Zweitagesticket zu nehmen.

Astrid Lindgrens Welt

Vorführung Pippi Langstrumpf
Foto: Tanja Riehm-Wagner

Einen weiteren, kleinen Wehrmutstropfen gibt es noch: Die Theaterstücke sind alle nur auf Schwedisch. Von Vorteil ist es, wenn man die Geschichten von Pippi, Michel und Madita gut kennt, denn dann weiß man ja immerhin, worum es geht, auch wenn man die einzelnen Texte nicht versteht. Aber die wirklich sehr gut ausgewählten kleinen und großen, Laien- und professionellen Schauspieler (es sind pro Saison von Mitte Mai bis Ende August ungefähr 100 Personen) gleichen das wieder recht gut aus.

Alles in allem kann man Astrid Lindgrens Welt wirklich wärmstens empfehlen. Lernen Sie den Freizeitpark doch einmal selbst kennen auf einer Schwedenreise von ZeitRäume, Der nicht gerade niedrige Eintrittspreis von 395 SEK ( ca. 39,50 €) für Erwachsene und 280 SEK ( ca. 28,- €) für 3-12jährige Kinder lohnt sich und wenn man ein Geburtstagkind mitbringt, bekommt dieses sogar freien Eintritt, das wissen wir aus eigener Erfahrung!

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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