Rosnes Bench – Zweckentfremdete Surfbretter in Schottland

Rosnes Bench

Rosnes Bench in CallyWoods
Foto: Dalziel + Scullion

Rosnes Bench ist eine Bezeichnung für ein Kunstobjekt im äußersten Südwesten Schottlands, genauer gesagt im Galloway Forest Park. Bei diesem Kunstwerk, das erst im Frühjahr 2014 errichtet wurde, handelt es sich einfach ausgedrückt um graue Bretter aus einer Gips-Kunststoff-Mischung, die aussehen wie Surfbretter und in einem Umkreis von einigen Kilometern an landschaftlich markanten Ecken von den beiden schottischen Künstlern Louise Scullion und Mathew Dulziel aufgestellt wurden. Entweder einzeln oder in Gruppen (letztere erinnern an die berühmten keltischen Steinkreise) befinden sie sich in der Waagerechten und laden dazu ein, sich auf sie zu legen und einige Momente der Ruhe und Stille zu genießen. Aber es geht auch um die Wahrnehmung unserer natürlichen Umwelt.

Rosnes Bench verbindet Mensch und Natur

Das Schöne an Rosnes Blench ist, dass es Kunst zum Anfassen und Selbst-Erleben ist. Der Betrachter steht nicht teilnahmslos daneben, sondern er ist an dem Kunstwerk beteiligt. Rosnes Bench soll die Menschen, die sich mittlerweile so weit von der Natur entfernt haben, dass sie gar keinen Bezug mehr zu ihr haben, wieder an die Natur heranführen. Und das mit allen Sinnen. Mal geht es bei einem Standort der grauen Surfbretter um die Geräusche, die man wahrnehmen kann, mal geht es um Gerüche, die eine dort stehende Pflanze verbreitet oder es geht um den Ausblick in eine riesige Baumkrone, wo außer den Augen auch noch das Gehör gefordert ist, wenn der Wind in dem riesigen Blätterdach über einem ein angenehmes Rauschen erzeugt. Schließt man dabei die Augen, so fällt einem auf, dass man  dann das Geräusch viel intensiver wahrnimmt. Der positive Nebeneffekt von Rosnes Bench ist der, dass man auf diesem Weg mehr Verständnis für Menschen bekommt, bei denen ein oder mehrere Sinnesorgane nicht mehr funktionieren. Diese Menschen nehmen ihre Umwelt einfach nur anders, aber keineswegs schlechter wahr als diejenigen, die noch sehen, hören, fühlen, schmecken und riechen können.

Rosnes Bench

Rosnes Bench in Kirroughtree
Foto: Dalziel + Scullion

Namensentstehung und Bedeutung von Rosnes Bench

Es handelt sich dabei um einen anagrammierten Begriff, das heißt er entstand aus einem bekannten Wort ( in dem Fall „Sensor“), das durch den Tausch von Buchstaben zu einem neuen Wort geworden ist. Bei Rosnes wurden die Buchstaben des Begriffs einfach nur von hinten nach vorn umsortiert. Bench sind Bänke und so steht hinter dem Namen die Bedeutung Sensorbänke. Die Menschen, die auf ihnen liegen, sollen ihre eigenen Sensoren ausfahren und wieder lernen, ihre Umwelt und im besonderen die Natur wieder besser kennen zu lernen.

An zwölf Standorten befinden sich zusammen 30 dieser „Surfbretter“ zum Natur-Genießen. Ihre Form erinnert an die von alten Steingräbern, am Kopfende befindet sich eine Art Kissen aus dem gleichen Material, so das der Kopf sich in einer angenehmen Position befindet. Kurz darunter ist eine abgerundete Spalte eingearbeitet, an der Stelle, wo bei einem echten Surfbrett wahrscheinlich die Schiene für den Mastbaum ihren Platz hätte. Auf dem Brett sind außerdem in der mitte und am Fußende paarweise angeordnete Löcher geformt, von denen jeweils ein Loch von kreisförmigen Rillen umgeben ist, die an Planeten und ihre Monde, die sie umkreisen, erinnern.

Spiegel online hat eine sehr schöne Fotostrecke hierzu auf seiner Seite.

Wer sich gern selbst einmal Rosnes Bench ansehen möchte, kann dies zum Beispiel auf der ZeitRäume-Mietwagenrundreise Die schottischen Lowlands in das Programm einbauen.

 

 

 

 

 

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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