The Gobbins in Nordirland – wiederentdeckt!

The Gobbins

Tubular Bridge auf The Gobbins
Foto: Bill Abernethy

„Die irische See sprüht Gischt in unsere Gesichter. Mehrere Meter über ihr bahnen wir uns auf einem schmalen, in die Felsen gehauenen Pfad vorsichtig unseren Weg. Schritt für Schritt gehen wir auf dem feuchten Untergrund, der mal sandig und mal steinig ist. Wir befinden uns auf The Gobbins Cliff Path in Nordirland.“

So erging es den Menschen, die hier schon vor über hundert Jahren das Abenteuer an Antrims Küste suchten. Jahrzehntelang war dieser Weg vergessen und verschüttet, bis er jüngst wiederentdeckt und  mit vielen raffinierten Details ergänzt wurde. Heute ist der Klippenpfad zwar immer noch spannend, aber längst nicht mehr gefährlich.

Ein in Felsen gehauener Gang, eine sandige Höhle, ein stählerner Steg, eine schwingende und eine röhrenförmige Brücke, eine eiserne Wendeltreppe und verschiedene Aussichtsplattformen lassen während der Wanderung keine Langeweile aufkommen.

„Da haben sich die Erbauer richtig etwas einfallen lassen“ berichteten die ersten Besucher begeistert über diese wieder gewonnene Attraktion in Nordirland. Die einzelnen Bauelemente sind architektonische Meisterleistungen, die sich perfekt in die Klippenlandschaft einfügen, ohne den Anblick der steilen Felsenküste zu stören.

Historische Aufnahme von der Tubular Bridge Foto: The Gobbins

Historische Aufnahme von der Tubular Bridge
Foto: The Gobbins

Historie von The Gobbins Cliff Path

1902 entwarf Berkeley Deane Wise an einer weit abgelegenen Stelle von Antrims Küste dieses Bauwerk. Wise stammte aus Belfast und war der Chefingenieur der Northern Counties Railway Company. Da die Auslastung des Schienenverkehrs zu wünschen übrig ließ, musste es für die Menschen einen Grund geben, mit der Bahn in diese entlegene Region des Landes zu reisen. Da machte sich Wise den großen Vorteil zunutze, den die Grafschaft Antrim noch bis heute zu bieten hat: Eine spektakuläre Küstenlinie, die durch seine Baumaßnahme noch attraktiver werden sollte! Seine Rechnung ging auf, The Gobbins wurde sehr schnell zu einem Besuchermagnet, das viele Reisende zu Bahnfahrten innerhalb und nach Nordirland motivierte – der Tourismus war geboren!

1954 musste der Klippenpfad jedoch gesperrt werden, da aufgrund seiner Baufälligkeit eine Wanderung auf ihm ein zu hohes Risiko barg. Zu sehr hatten Meer, Wind und Wetter die Stahl- und Holzkonstruktionen angegriffen. Durch den Krieg sowie die Nachwirkungen der Wirtschaftskrise war kein Geld da, um Touristenattraktionen instand zu setzen.

Nach fast 60 Jahren erinnerte man sich wieder an eine der ersten Touristenattraktionen Nordirlands und setzte sie mit aufwendigen Bauarbeiten wieder in Stand. Seit 2014 erstrahlt The Gobbins Cliff Path wieder in neuem Glanz und erfreut seine Besucher.

Die Highlights von The Gobbins

Das Aquarium

Auf diesem Abschnitt des Klippenpfades läuft man über eine gebogene Brücke, unter der sich keine Felsen, sondern die irische See befindet. Schauen Sie durch die Gitter des Laufstegs oder über die Brüstung hinunter. Im glasklaren Wasser lassen sich viele Fische entdecken.

Die Röhrenbrücke – The Tubular Bridge

Man fühlt sich wie in einem durchsichtigen Tunnel, wenn man über die Tubular Bridge geht. Dem Original von 1902 nachempfunden ist diese Brücke von Stahlbändern ummantelt. Sie wiegt nicht weniger als 5,4 Tonnen und wurde in einer filmreifen Aktion neu installiert.

The Wise´s Eye Foto: Simon Graham

The Wise´s Eye
Foto: Simon Graham

Das Auge von Wise – Wise´s Eye

Ein eiförmiges Loch in der Felswand, das seinen Namen dem Erfinder von The Gobbins verdankt, erlaubt einen atemberaubendes Ausblick auf die offene irische See. Dieser Durchgang entstand allerdings nicht auf natürliche Weise, sondern wurde vor 100 Jahren in die Felswand gehauen, um Zugang zu einem der spektakulärsten Abschnitte des Pfades zu ermöglichen. Von hier aus konnte und kann man bis heute schwer auffindbare Höhlen und steil abfallende Felswände erreichen.

Vogelreichtum am The Gobbins

Einzigartig für Antrims Coast ist die Papageientaucherkolonie, die man hier beobachten kann. An keiner anderen Stelle auf dem nordirischen Festland findet man eine zweite dieser Art. Aber auch Lummen, Tordalke, Klippenmöwen und Krähenscharben können begeisterte Ornithologen hier erblicken.

Das Besucherzentrum

Ausgangs- und Endpunkt einer Wanderung auf The Gobbins ist das dazugehörige Besucherzentrum. Attraktiv gestaltet, mit viel Wissenwertem rund um den Klippenpfad und einem gemütlichen Cafe  in hellem, modernen Design laden ein, sich auch hierfür Zeit zu nehmen. Von dem Besucherzenrum kann man mit einem Pendelverkehr direkt bis zu den Klippen und wieder zurück gelangen.

Wanderung auf The Gobbins

Ausgerüstet mit trittsicheren Wanderschuhen und einem Helm beginnt die Wanderung unter fachkundiger Leitung mit dem Abstieg über 100 Stufen zum Startpunkt des Pfades, der 3 km entlang der Küste führt. Es geht bergauf und bergab, treppauf und treppab. Es wird einem nicht kalt auf dieser Wanderung. Aber auch die Ausblicke auf das wogende Meer, der besondere Blickwinkel auf die Möwen, die vom Felsen nebenan ihre Rundflüge mit viel Gezeter starten und die frische Brise, die einem um die Nase weht, bescheren den Besuchern unvergessliche Momente auf der ungefähr dreistündigen Tour.

Noch mehr Informationen finden Sie auf der offiziellen Homepage von The Gobbins Cliff Path.

Unser Tipp: Auf einer Nordirlandreise, wie zum Beispiel auf unserer Mietwagenrundreise „Irland und Nordirland„,  sollten Sie sich außer der Wanderung selbst auch eine Bootsfahrt um die Klippen von The Gobbins  nicht entgehen lassen! Ab Ballylumford Harbour starten einstündige Touren, auf denen man einen schönen Überblick über den gesamten Klippenpfad bekommt.

About the author

Tanja Riehm-Wagner

Überzeugte Nordeuropa-Fanfrau, die schon in Jugendzeiten Reisen nach Island, Norwegen, Finnland, Schweden und England mit ihrer Familie in den 1980er Jahren unternommen hat. Irland folgte in 1994. Später machte sie ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte dabei mehrere Hurtigrutenschiffe kennen und ist jetzt begeisterte Reisebloggerin für ZeitRäume.

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