Island im Winter: Nordlichter, Weite und wilde Pferde, Teil 2

Heiße Quellen im winterlichen Namafjell am Myvatn

Heiße Quellen im winterlichen Namafjell Foto: Reinhard Pantke

Hier nun die Fortsetzung von Reinhard Pantkes Winterartikel über die Insel aus Feuer und Eis.

Vulkane, Wasserfälle und clevere Isländer

Vorbei an Akureyri – der Metropole des Nordens – ziehen wir mit einem Zwischenstopp am Götterfall Godafoss zum Myvatn, der Muss-Station einer jeden meiner Island-Reisen. Nirgendwo sonst kann man so viele verschiedene vulkanische Erscheinungsformen auf kleinem Raum erleben.

Rund um den 37 qkm großen „Mückensee“, der im Sommer Lebensraum  von zahllosen Vogelarten ist, bewundern wir die Pseudokrater und dunklen Lavaburgen am See und stehen beeindruckt vor den zischenden und fauchenden Fumarolen und Solfateren am Namafjell. Am Geothermal-Werk an der Krafla sehen wir welchen Segen die „heiße Erde“ für die Isländer bringt und genießen das „Nature Bath“, das eine gute Alternative zu der sehr kommerzialisierten Blauen Lagune ist. Die Kontraste zwischen den Schneefeldern und den dunklen Lavafeldern der Vulkane beflügeln nicht nur unsere Fantasie, hier wurden in der letzten Zeit einige Fantasy-Filme gedreht.

Drei Reiter auf dem Myvatn im Winter Foto: Reinhard Pantke

Drei Reiter auf dem Myvatn im Winter
Foto: Reinhard Pantke

Wir staunen über die Reiter, die auf dem nur teilweise zugefrorenem und an einigen Stellen von heißen Quellen erwärmten See unterwegs sind – wissen die Pferde instinktiv welche Passagen sicher genug sind? In den nächsten Tagen ziehen wir langsam wieder bei traumhaftem Sonnenwetter zurück in Richtung Süden.

Zurück nach Reykjavik

Wer im Winter reist, sollte zum einen immer etwas Reservezeit einplanen und zum anderen ständig den Wetterbericht (www.vedur.is) beachten. Gepostete Warnungen sind unbedingt sehr ernst zu nehmen! Im letzten Winter gab es dort an einigen Tagen Spitzenböen bis 200 km/h und bei Autos, deren Fahrer die Warnungen nicht ernst genommen hatten, wurden sogar Fensterscheiben eingedrückt! An manchen Tagen ist dann sogar die Ringstraße für kurze Zeit gesperrt.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die Widrigkeiten des Wetters, bekommen wir an unserem letzten Tag: Bei strahlendem Sonnenschein und Windstille starten wir in Richtung  Reykjavik und lassen die in der Sonne glitzernden Bäche und die unberührten Schneeberge an uns vorüberziehen. Nur wenige Stunden später geht es wenige Kilometer vor Reykjavik nur noch im Schritttempo weiter, da unter dem Schneebelag blankes Eis ist und der Wind, der mit fast 80 km/h bläst, die Sichtweite auf wenige Meter reduziert und uns gerade bis zu den Rückleuchten des Vordermannes sehen lässt.

Ziemlich froh beziehen wir unsere Unterkunft in Rekyjavik und am nächsten Tag die Insel aus Feuer und Eis wieder zu verlassen. Island, ich komme wieder, im Sommer oder Winter…

Auch im Winter entfaltet die Insel ihren Zauber, man sollte sich nur genug Zeit nehmen und gut vorbereiten. Wer auf den Geschmack gekommen ist, findet bei ZeitRäume auch viele interessante Islandreisen im Winter!

About the author

Reinhard Pantke

Der Globetrotter Reinhard Pantke (Jahrgang 67) erlebt seine Reiseziele grundsätzlich nur mit Fahrrad und Rucksack. Neben Fahrradtouren durch Norwegen (17x), Schweden, Island (3x), Schottland, England, Neuseeland (3x) und einigen Südseeinseln und den Kanaren war er auch in Kanada und Alaska unterwegs. Im Verlauf dieser Touren legte er in den letzten Jahren insgesamt 160.000 km per Fahrrad zurück.
Neben Artikeln in regionalen und überregionalen Zeitungen und Magazinen, Kalendern, Buchbeiträgen und Austellungen ist Reinhard Pantke auch Autor verschiedener Bildbände über Norwegen und Kanada. Im Jahr 2009 hatte der Abenteuerer bereits Kanada von Westen nach Osten durchquert. Seine große Leidenschaft ist Skandinavien, aktuell tourt er 3 Monate durch Schweden und Norwegen.

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