Südschweden: Geschichte, Literatur, Kunst und Kultur vor Traumkulissen (Teil 2)

Südschweden

Kirche des Klosters Vreta Foto: Jan Schäfer

Vergangene Woche haben wir Ihnen einige Highlights aus dem südlichen Südschweden vorgestellt. Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit geht es nun mit dem nord-östlichen Teil von Südschweden weiter – und zwar beginnend in Jönköping. Die Stadt mit rund 90.000 Einwohnerinnen und Einwohnern – 12.000 davon sind Studierende – liegt am südlichen Ende des Sees Vättern und hat einen spannenden Charme, der durch moderne Viertel und die vielen Gebäude mit Ursprung in der Zeit als Residenzstadt entsteht.

 

 

 

Der Vättern – mehr zu bieten als nur Wasser

Jönköping ist neben seiner Universität auch industriell geprägt – besonders durch die hier ansässigen Streichholzfabriken, deren Geschichte sich im Streichholzmuseum auf den Grund gehen lässt. Besonders sehenswert ist außerdem das John-Bauer-Museum in der Innenstadt. Der in Jönköping geborene Künstler ließ sich von den mystischen Wäldern seiner Heimat Südschweden inspirieren und hauchte zahlreichen Kinder- und Märchenbüchern, mit seinen stimmungsvollen Zeichnungen von Trollen und ihrem natürlichen Habitat, Leben ein. Das Museum präsentiert in schaurig-schöner Atmosphäre neben über 1.000 Zeichnungen und Skizzen Bauers, wechselnde andere Ausstellungen sowie einen großen Raum mit Exponaten zur bewegten Geschichte der Region.

Der Vättern bietet schon alleine Attraktionen genug, um einen zweiwöchigen Urlaub dort verbringen zu können. Wir wollen uns jedoch weiter nach Norden, in Richtung Linköping machen – nicht ohne lohnende Zwischenstopps einzulegen, etwa in Huskvarna, mit seinem reizenden Kunsthandwerksdörfchen, Gränna, der Zuckerstangenstadt und, kurz vor Linköping, dem Kloster Vreta und Bergs slussar, einer beeindruckenden Schleusentreppe des Göta Kanal. Linköping selbst hat rund 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und neben einem ansehnlichen Stadtkern, mit imposantem Dom, eine Besonderheit aufzuweisen.

Das Leben, wie es in Südschweden früher war

Gamla Linköping (übersetzt etwa: das alte Linköping) ist ein Gebilde zwischen Museum und Altstadt-Viertel. Um die 90 Häuser, die früher in Linköpings Innenstadt standen, sind heute als Freilichtmuseum außerhalb der Stadt neu arrangiert. Dort lässt sich das Leben von und vor  mehreren hundert Jahren nachempfinden: Gehen Sie in die historischen Häuser, Schulen und Postämter im damaligen Stil und beobachten Sie das bunte Treiben von Kutschen und altertümlich gekleideten Menschen bei einem Kaffee! In den Teils auch bewohnten Häusern sind außerdem einige außergewöhnliche Schmuck- und Kunsthandwerksgeschäfte untergebracht.

Südschweden

Kirche von Söderköping Foto: Jan Schäfer

Von Linköping aus lässt sich bequem der östliche Teil des Göta-Kanal erreichen. Die sehr verlockende Kombination aus Göta-Kanal, schönem Städtchen und Genuss lässt sich in Söderköping erleben. Das dortige, direkt am Wasser gelegene Eiskaffee gilt als eines der besten in Schweden und lockt Massen an Besucherinnen und Besuchern an. Bei der enormen Auswahl an Eissorten steht man dabei vor einer ziemlichen Herausforderung – die Mühen werden aber süß entlohnt.

Auch Norrköping besitzt einen schönen Stadtkern, mit viel Geschichte und Geschichten. Beispielsweise wurde hier ein ganzer Stadtteil der bayerischen Kurstadt Bad Wörishofen nachempfunden. Ganz in der Nähe der Stadt liegt zudem – ganz subjektiv – der schönste Campingplatz in Südschweden, nämlich der Sjörsjöns. Ruhig, mitten in ausgedehnten Wäldern an einem schönen Badesee gelegen, mit Möglichkeiten für ausgedehnte Spaziergänge und mit guten Chancen Unmengen an Pfifferlingen zu finden. Die Zelt- bzw. Stellplätze und Bungalows unter Nadelbäumen, das sympathische Team und der angeschlossene Kletterpark runden das Gesamtpaket ab.

Stendörren – konzentrierte Naturschönheit

Ein ganz besonderes Highlight ist das Naturreservat Stendörren, östlich von Nyköping. Vom ausgeschilderten Parkplatz aus läuft man ein paar Meter durch lichten Wald und über ein paar Felsen, bis der Blick auf die ersten kleinen Schäreninseln freigegeben wird. Zu großen Teilen sind diese bewaldet und von kleinen, aber gut begehbaren Pfaden durchzogen. Wer ein wenig über Stock und Stein kraxeln möchte, findet hier ein kleines Paradies vor. Der Clou: die einzelnen Inseln sind mit Hängebrücken verbunden und so lässt sich im Stendörren eine ausgedehnte Wanderung unternehmen.

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Blick über den Stendörren Foto: Jan Schäfer

Überall gibt es Plätze, die zum Verweilen einladen. Neben Felsen, mit der Möglichkeit die Füße in die Ostsee zu tauchen, gibt es auch einige Grillplätze mit Feuerstelle, an der sogar Holz bereit liegt. Wie des Öfteren in Schweden wird auch hier Inklusion in der Praxis umgesetzt und es gibt an den Schäreninseln einen Weg, der für Rollstühle geeignet ist.

Nun ist fast Stockholm und damit, auch bei einer weiten Definition des Begriffs, das nördliche Ende von Südschweden erreicht. Über die Hauptstadt ließe sich gut und gerne ein separater Artikel schreiben und darum wird an dieser Stelle nur der Hinweis gegeben: das Vasa-Museum ist ganz besonders sehenswert. Wenn Sie Lust bekommen haben, sich Schweden mal (wieder) von Nahem anzuschauen, finden Sie hier unsere passenden und vielfältigen Angebote.

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Jan Schäfer

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