Antarktis – die Meeresschutzzone im Rossmeer und der Tourismus

Pinguin vor der MS Fram von Hurtigruten.

Pinguin vor der MS Fram von Hurtigruten. Bild: Arnau Ferrer

Vor wenigen Tagen ereilten uns interessante Neuigkeiten aus Australien, genauer: der tasmanischen Hauptstadt Hobart. Die Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) vermeldete die Einigung über die Etablierung einer Meeresschutzzone im Rossmeer. Während sich die involvierten Politikerinnen und Politiker zufrieden zeigten, waren die Reaktionen von Umweltverbänden nahezu überschwänglich.

24 Nationen und die EU, die gemeinsam den CCAMLR bilden, legen mit dem Vertrag fest, dass zunächst einmal für die nächsten 35 Jahre im Rossmeer kein kommerzieller Fischfang betrieben werden darf. Die als Meeresschutzzone deklarierte Fläche hat dabei ungefähr die vierfache Größe Deutschlands. Dies macht zwar nur rund 2% des südlichen Ozeans aus – dennoch sehen Beobachtende die Einrichtung als enorm wichtigen Schritt.

Das Rossmeer dient für viele Tiere als Rückzugsort – von mancher Pinguinart lebt etwa ein Drittel der weltweiten Population hier – aber die Wirkung ist bei weitem nicht regional begrenzt. Krill und andere Kleintiere aus diesem Gebiet ernähren noch in großer Entfernung, weiter oben in der Nahrungskette stehende Arten. Das Rossmeer wird daher auch mit einem Herz verglichen, das andere Gegenden mit Nährstoffen versorgt.

Für den Tourismus ist diese Entwicklung keine Bedrohung, sondern eine Riesenchance. Die legendäre Hurtigruten Reederei, die Expeditionsseereisen in die Antarktis anbietet, hat somit die Möglichkeit zu zeigen, warum Sie zu Recht zu den nachhaltigsten Reedereien der Welt gehört.

Die Meeresschutzzone als Präzedenzfall

Dass das Rossmeer nicht genug des Schutzraumes ist, darüber sind sich Naturschutzorganisationen einig. Doch gerade auch aus dieser Perspektive kann das Abkommen als wegweisend gelten: es stellt das erste dar, das in internationalen Gewässern eingerichtet wird – was auch auf weitere 70% der Ozeane zutrifft. Dass folgende Verhandlungen einfach werden heißt dies jedoch noch lange nicht.

Bis zuletzt hatte sich Russland der schon 2012 gestarteten Initiative verweigert, sah es doch Nachteile für seine Fischereiflotte, die im Rossmeer vor allem Krill und Seehecht fängt. Unter anderem der Hartnäckigkeit des amerikanischen Außenministers Kerry, für den die Meeresschutzzone hohe Priorität hatte, ist der jetzige Durchbruch zu verdanken. Immer wieder hatte er in Gesprächen mit seinem Amtskollegen Lawrow und mit Präsident Putin darauf gedrängt.

Ursprüngliche Natur in der Antarktis

Das Ökosystem ist eines der – wenn nicht das – ursprünglichste Ökosystem der Welt. Der Mensch hat hier bisher nur wenig Einfluss genommen. Durch die extremen Bedingungen ist es aber auch eines der fragilsten. Und genau das macht aus Sicht der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das jetzige Handeln so wichtig. Vor allem der Krillfang hat weitreichende Folgen für die Nahrungskette, die nicht auf das Gebiet der Antarktis begrenzt bleiben.

Gerade die unverfälschte Natur ist es, die immer mehr Besucherinnen und Besucher in die Antarktis lockt. Interessierte müssen sich auch jetzt keine Sorgen machen, dass sich daran durch die Einrichtung der Meeresschutzzone etwas ändern würde. Tourismus bleibt erlaubt und ist unabhängig davon auch ethisch absolut vertretbar – wenn man sich denn angemessen verhält.

Alle sind in der Pflicht

Dem Tourismus sind schon jetzt klare Grenzen gesetzt. Es dürfen beispielsweise nur bestimmte Schiffe (momentan sind es rund 35 verschiedene) in diese Regionen vordringen und an rund 160 erlaubten Stellen dürfen immer nur maximal 100 Personen gleichzeitig an Land gehen. Tuchfühlung mit den dort lebenden Tieren ist nur im übertragenen Sinne erlaubt – kleinste Berührungen könnten zum Einschleppen von Krankheiten führen und hätten möglicherweise desaströse Folgen.

Des Weiteren sind die Kreuzfahrtschiffe in den Umweltschutz mit einbezogen. Neben diversen Vorgaben zum Verhalten an Land und zu Wasser, helfen die Besatzungen der Schiffe der Wissenschaft. Zu diesem Zweck haben sie die Aufgabe zum Beispiel den Zustand der besuchten Gletscher, von Tierpopulationen und andere beobachtete Veränderungen minutiös festzuhalten und zu melden. So können wichtige Informationen in einer Dichte geliefert werden, die der stets unterfinanzierten Wissenschaft sonst nicht möglich wäre.

Gerade die Hurtigruten Reederei hat sich als weltweiter Marktführer für Expeditionsseereisen dazu bekannt, Verantwortung für die Schönheit der Natur, die Umwelt, die Zielorte, die dortige Tier- und Pflanzenwelt sowie die einheimische Bevölkerung zu übernehmen. Vor vielen Jahren setzte sich Hurtigruten die jetzt ausgehandelten Standards selbst und übertraf diese oft. Im internationalen Branchenverband IAATO – International Association of Antarctica Tour Operators – setzt sie sich federführend für die allgemeine Einhaltung dieser Standards ein.

Die Spuren klein halten

Was überall selbstverständlich sein sollte, gilt für die empfindliche Umgebung der Antarktis in besonderem Maße: bei allem sollten Sie auf Ihre Umwelt achten und Sie in Ursprünglichkeit genießen – aber auch genau so belassen. Mit dieser Rücksichtnahme spricht aber auch nichts dagegen, die Antarktis zu besuchen. Denn insbesondere die entlegenen Regionen brauchen weltweite Fürsprecherinnen und Fürsprecher, die sich für Ihre Erhaltung einsetzen. Welche Möglichkeiten Sie haben, mit Hurtigruten in eine der spannendsten Regionen der Welt zu reisen, sehen Sie hier.

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Jan Schäfer

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