Weihnachten in Schottland – Lange Zeit verboten

Schottland - Firth of Forth

Schottlands – Brücke über den Firth of Forth in winterlicher Beleuchtung. Bild: shutterstock/ Bildagentur Zoonar

Dass über Weihnachten in Schottland überhaupt ein Artikel geschrieben werden kann, ist weniger selbstverständlich als man annehmen könnte. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war Weihnachten kein Feiertag und die Schottinnen und Schotten gingen auch am 24., 25. oder 26.12. ihrer Arbeit nach. Der Grund dafür ist im 16. Jahrhundert zu suchen. Die presbyterianische Kirche – ihres Zeichens bis heute dominierende Religion Schottlands – versuchte damals das Begehen des Weihnachtsfestes zu verbieten. Grund dafür waren die mit Weihnachten verbundenen Feierlichkeiten, die nicht in das puritanische Weltbild passen wollten.

Weihnachten in Schottland ist somit nicht ein auf jahrhundertealter Tradition basierendes, striktes Zeremoniell. Vielmehr findet man das typische Weihnachtsessen, Truthahn und Plum Pudding, auch bei den britischen Nachbarinnen und Nachbarn auf dem Tisch – nur das Shortbread ist eine schottische Spezialität. Und auch der gutbesuchte Weihnachtsmarkt in Edinburgh wirbt nicht mit einem regionalen, sondern mit seinem „echt deutschen“ Angebot – was sogar importiertes Verkaufspersonal beinhaltet.

Kein Einlass für böse Elfen

Dennoch gibt es auch typisch schottische Bräuche: Am 25.12. lassen etwa viele Familien ihren Kamin nicht ausgehen, um umherziehenden, bösen Elfen den Weg ins Haus zu versperren. Der 1. Weihnachtstag ist gleichzeitig auch der, an dem in Schottland die Geschenke verteilt werden. Auch wenn es kein althergebrachter Brauch ist, ist die Zeit um Weihnachten inzwischen ein Familienfest, an dem gemeinsam Zeit verbracht und geschlemmt wird.

Wichtiger ist – der zunehmenden Rolle des Weihnachtsfestes zum Trotz – auch heute allerdings noch das Silvesterfest, das Hogmanay. Neben Feuerwerk und feuchtfröhlicher Feierei ist es Usus, dass man bei Freundinnen und Freunden die Türschwelle mit einem Glas Whiskey, einem Stück Kohle, einem Stück Black Bun (ein speziell zu diesem Anlass gebackener Früchtekuchen), Shortbread und Salz überschreitet. Ziel ist, wie bei jedem Neujahrsbrauch: die Vermehrung des Glücks!

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Jan Schäfer

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